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Quartalsbilanz: Tech-Branche in Topform

Die traditionell viel beachtete Berichtssaison für das dritte Quartal ist zu Ende. Die Zahlen haben gesprochen – und zwar eine deutliche Sprache: Ein Jahr nach dem Ausbruch der Finanzmarktkrise ist die IT- und Internet-Branche in weitaus besserer Form, als es ihr Marktbeobachter noch vor sechs Monaten zugetraut hätten. Fast alle Unternehmen übertrafen die Analystenserwartungen, Apple, Amazon und Google erzielten gar Rekordergebnisse. Die Aussichten für das laufende Weihnachtsquartal sind blendend.

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Die traditionell viel beachtete Berichtssaison für das dritte Quartal ist zu Ende. Die Zahlen haben gesprochen – und zwar eine deutliche Sprache: Ein Jahr nach dem Ausbruch der Finanzmarktkrise ist die IT- und Internet-Branche  in weitaus besserer Form, als es ihr Marktbeobachter noch vor sechs Monaten zugetraut hätten. Fast alle Unternehmen übertrafen die Analystenserwartungen, Apple, Amazon und Google erzielten gar Rekordergebnisse. Die Aussichten für das laufende Weihnachtsquartal sind blendend.

Cisco-CEO John Chambers ist nicht unbedingt für die lauten Töne bekannt. Umso mehr schenkt die Fachwelt dem "wichtigsten CEO der Technologiebranche"  (CNBC-Moderator James Cramer) Gehör, wenn Chambers vom vorsichtigen zum offenen Optimismus umschwenkt. Das war am vergangenen Donnerstag nach Handelsschluss der Fall, als Cisco beeindruckende  Geschäftszahlen vermeldete, die die Erwartungen der Wall Street deutlich – nämlich um 5 Cent je Aktie – übertroffen hatten. "Das Quartal war entgegen unseren Erwartungen sehr stark", erklärte der Cisco-CEO.

Im Vorfeld hatte Chambers bereits Dinge gesagt, die man in der 14-jährigen Amtszeit beim führenden Netzwerkhersteller der Welt höchst selten gehört hat. Nämlich dies: "Ich könnte mir vorstellen, dass wir in eine Periode eintreten, die der Zeit von 1997 bis 2004 sehr ähnlich ist", mutmaßte der Cisco-CEO und sieht gar "ein Jahrzehnt der Produktivitätszuwächse".

Analysten optimistisch: "Die Erholung ist technologiegetrieben"

Dabei ist es gerade mal ein Jahr her, als buchstäblich der Himmel über Corporate America einzustürzen schien. Mit der großen Finanzmarktkrise vom Herbst 2008 schien die regelrechte Apokalypse des modernen Kapitalismus aufzuziehen – die globale Rezession war Konsens. Sie kam, traf die IT- und Internetbranche jedoch entgegen aller Unkenrufe weitaus weniger schwer als befürchtet. Nun, da die massiven Leitzinssenkungen und billionenschweren Konjunkturprogramme allmählich ihre Wirkung entfalten, profitiert die wachstumsstarke  Branche überproportional,  wie Analysten herausarbeiten.

"Die Verbesserungen, die wir bei Technologieunternehmen sehen, legen nahe, dass diese Erholung Beine hat", erklärt etwa der frühere Chefanalyst der Deutschen Bank, Edward Yardeni, gegenüber der "New York Times" und lässt keinen Zweifel daran, wer die Rallye weiter anführt. "Die Erholung ist technologiegetrieben".

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Tech-CEOs: "Das Schlimmste der Rezession liegt eindeutig hinter aus"

Das sehen die Vorstände der führenden IT-Konzerne der USA ähnlich. "Ich glaube, dass wir vor einem sehr kraftvollen Erneuerungszyklus stehen", lehnt sich Michael Dell weit aus dem Fenster. Google-CEO Eric Schmidt hatte sich dagegen noch regelrecht zurückhaltend ausgedrückt. "Das Schlimmste der Rezession liegt eindeutig hinter aus", erklärte Schmidt bei Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen, mit denen der wertvollste Internetkonzern der Welt Rekordergebnisse schrieb.

Damit stand Google in den vergangenen Wochen nicht alleine da. Auch Apple und Amazon erzielten nur ein Jahr nach dem Höhepunkt der Krise die besten Geschäftsergebnisse ihrer Unternehmensgeschichte. Auch die alte Garde der Technologiebranche, allen voran IBM, Intel und Microsoft, überzeugte, während die Internet-Sorgenkinder Yahoo und eBay immerhin nicht mehr enttäuschten. "Die Stärke ist breit gefächert und befeuert sowohl E-Commerce als auch den Online-Werbemarkt", erklärten die Analysten der US-Bank Jefferies & Co den Aufwärtstrend.

Zeitreise zurück nach 1999: Unternehmensergebnisse so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr

Und tatsächlich spricht die Bilanz der Bilanzen auch in nackten Zahlen eine deutlich Sprache: Erstaunliche 75 Prozent der Unternehmen, die ihre Ergebnisse für das dritte Quartal bekannt gegeben haben, haben die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen – das gab es seit zehn Jahren nicht.

Anleger mögen sich da bereits an jenen goldenen Herbst vor zehn Jahren erinnert fühlen, in dem Internet- und Technologieaktien die größte Rallye ihrer Geschichte vollführten. In der vergangenen Woche bewegten sich die Kurse nach Gewinnmitnahmen eher südwärts.  Dass es dabei nicht bleiben muss, glaubt Wall Street-Veteran James Cramer: "Wir sind in der saisonal stärksten Zeit für Technologiewerte, und nachdem was Chambers gesagt hat, kann man diesen Sektor unmöglich verlassen". So klingt ein überzeugter Technologiebulle.

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