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ProSiebenSat.1 startet FemTV

ProSiebenSat.1 startet im Frühjahr 2010 mit FemTV einen neuen Free-TV-Sender, der sich an Frauen richtet. Geleitet wird der neue Kanal von Katja Hofem-Best, die zuletzt bei Discovery Networks u.a. für den Männersender DMAX verantwortlich war. Das geplante Programm birgt keine Überraschungen: Mode, Lifestyle, Beauty, Food und Gesundheit heißt das Rezept. Und natürlich Klatsch und Unterhaltung. Laut ProSieben-Vorstand Andreas Bartl sind für den Sender auch "Promotion-Storys" geplant.

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Diese sollten aber "klar erkennbar" sein, sagte Bartl dem "Spiegel". Den Sender sehe er auch als "Spielwiese für neue Ideen" und meint damit wohl in erster Linie neue Vermarktungs-Ideen. Innerhalb von nur zwei Jahren soll FemTV profitabel sein. Bartl strebt mittelfristig einen Marktanteil von zwei bis fünf Prozent bei den 19- bis 49-jährigen Frauen an. Bei der Damenwelt beliebte Serienware wie "Gossip Girl" oder "Brothers & Sisters" soll teilweise in Erstausstrahlung laufen.
ProSiebenSat.1 sucht händeringend nach neuen Erlösquellen. Im dritten Quartal ist die Sendegruppe, die sich im Besitz von Finanzinvestoren befindet und hoch verschuldet ist, wieder in die roten Zahlen gerutscht. Bartls Hinweis auf "klar erkennbare Promotion-Storys" dürfte ein Fingerzeig sein, in welche Richtung die Reise bei ProSiebenSat.1 geht. Zumal mit der nächsten Novelle des Rundfunkstaatsvertrags die Regulierungen für Product Placement gelockert werden dürften.
FemTV ist nicht der erste Versuch, einen Spartenkanal für Frauen in Deutschland zu etablieren. Blick zurück: Mitte der 90er Jahre startete der Heinrich Bauer Verlag (heute Bauer Media Group) zusammen mit dem Münchner Filmhändler Herbert Kloiber den Frauenkanal tm3. Bauer wollte damals Inhalte seiner mannigfaltigen Frauenblätter ins TV hieven. Ein Misserfolg auf der ganzen Linie. Zuerst stieg Bauer aus, später verkaufte Murdoch seine Anteile an Rupert Murdoch. Der kaufte für tm3 die Übertragungsrechte an der Champions Leaue und machte aus dem Frauensender über Nacht einen Fußball-Kanal. Als auch dies nicht zum Erfolg führte, verwandelte sich tm3 mit der Zeit in den Trashkanal 9live. Ein schlimmes Schicksal, dass FemTV hoffentlich erspart bleibt.

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