ProSieben und der Robbie-Flop

Laut EMI ist es die "bis dato größte Medienkooperation in der deutschen TV-Geschichte". Zum Comeback von Robbie Williams tütete die Plattenfirma einen Mega-Deal mit ProSieben ein. Die TV-Station bekommt exklusives Material und EMI PR satt. Heute erscheint nun das neue Album „Reallity Killed The Video Star“ und es wird garantiert die Charts stürmen. EMI wird zufrieden sein, ProSieben nicht. Denn bislang waren die Robbie-Quoten enttäuschend. Zudem schnappte das ZDF Pro7 sogar das erste Live-Konzert weg.

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Als Anfang Oktober die beiden Partner ihre Partnerschaft bekannt gaben, erweckte die Pressemitteilung den Eindruck einer gewissen Exklusivität für den deutschen Privatsender. Stolz wurde verkündet, dass der UK-Star bereits erfolgreich einen ersten Trailer für ProSieben gedreht habe. „Über diese Imagetrailer hinaus sind bis zum Jahresende noch weitere spektakuläre Aktionen geplant, von einem Robbie Williams Day bis hin zu TV-Auftritten in sendereigenen Formaten, wird viel um den Künstler Robbie Williams passieren“, hieß es in der Pressemitteilung.

Die Illusion einer gewissen Exklusivität war jedoch bereits beim ersten Robbie-Auftritt dahin. Das Comeback-Live-Konzert aus London übertrugen die öffentlich-rechtlichen Radiosender. Die Rechte an der TV-Aufzeichnung des Events sicherte sich wiederum das ZDF. Die Mainzer zeigen am morgigen Samstag, den 7. November, ab 00.00 Uhr einen 60-minütigen Zusammenschnitt. Vor der Konzert-Zusammenfassung ist der Sänger am gleichen Abend bereits in der ZDF-Show „Wetten, dass..?“ zu Gast und präsentiert dort seine neue Single „Bodies“. Mit seiner Show wird Gottschalk wieder um die zehn Millionen Zuschauer erreichen.

ProSieben dagegen blieb mit seinen Robbie-Programmen bislang immer hinter den Erwartungen. Den gestrigen Donnerstag erklärten die Münchener komplett zum Robbie-Tag. So standen die Formate „We are Family Spezial“ (Quote: 12,0 Prozent bzw. 14,4 Prozent), „Taff“ (11,1 Prozent) und „red!“ (12,4 Prozent) ganz im Zeichen des Engländers. Zudem wurde noch einmal das Konzert wiederholt, für das ProSieben den Sänger extra nach Berlin geflogen hatte. Bereits am Tag des Konzerts kam der Zusammenschnitt, der in einer „red“-Sondersendung zu sehen war lediglich auf einen Marktanteil von 8,4 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern.

Die Quotenanalyse zeigt: Der Aufwand hat sich für ProSieben nicht gelohnt. Fraglich ist zudem, ob sich das starke Robbie-Engagement tatsächlich positiv auf das Sender-Impage niederschlägt oder ob es dem Zuschauer völlig egal ist, dass ProSieben die „bis dato größte Medienkooperation in der deutschen TV Geschichte“ auf die Beine stellte.

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