Anzeige

Aust: „Ich lästere nicht über Stern & ‚Focus'“

Im Interview mit der Condé Nast-Männerzeitschrift "GQ" hat sich der langjährige "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust auch über die Qualität der aktuellen Magazine und die deutsche Fernseh-Landschaft geäußert. Dass dabei die "Spiegel"-Rivalen "Stern" und "Focus" schlecht wegkommen, wie MEEDIA am Nachmittag getitelt hatte, lässt Aust nicht gelten. Seine Aussage, wonach beide Titel für das Hamburger Nachrichtenmagazin "keine ernsthafte Konkurrenz" seien, hänge mit der unterschiedlichen Positionierung zusammen.

Anzeige

„Ich habe damit gemeint, dass speziell in Krisenzeiten der ‚Spiegel‘ seine Stärken besser ausspielen kann als ‚Stern‘ oder ‚Focus'“, sagte Aust am Nachmittag zu MEEDIA, “ jedes Magazin hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Es liegt mir fern, über ‚Stern‘ oder ‚Focus‘ zu lästern. Das habe ich nicht getan und würde ich auch nie tun.“
Aust war am Dienstag in München als „GQ Mann des Jahres 2009“ in der Kategorie „Medien“ ausgezeichnet worden und hatte zu diesem Anlass der Zeitschrift ein Interview gegeben. Dabei verteidigte der Medienunternehmer, in dessen Hamburger Produktionsfirma Agenda Media sich kürzlich die NDR-Tochter Studio Hamburg einkaufte, das duale Rundfunksystem in Deutschland: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland macht das beste Fernsehen der Welt.“
Wohlwollend beurteilte Aust auch den „Spiegel“, von dessen Chefredakteursposten er  nach mehr als 13 Jahren Anfang 2008 auf Druck der Mitarbeiter KG entfernt worden war: „Ich sehe den ‚Spiegel‘ heute als nach wie vor sehr gute Zeitschrift, mit Abstand die beste auf dem Markt.“ Und weiter: „Der ‚Spiegel‘ hat zurzeit in zweierlei Hinsicht ein wahnsinniges Glück: Erstens ist die weltpolitische Lage sehr aufregend. Zweitens gibt es keine Konkurrenz. Ich meine, gucken Sie doch mal ‚Stern‘ oder ‚Focus‘ an.“ In Anspielung auf die Auflagenschwäche des Münchner Fakten-Titels fügte er hinzu: „Als ich (als ‚Spiegel‘-Chefredakteur, Anm. d. Red.) anfing, hat „Focus“ am Kiosk manchmal mehr verkauft als der „Spiegel“. Generell bescheinigt den heutigen „Spiegel“-Machern: „Meine Nachfolger sind sehr gute Leute.“
Trotzdem glaubt Aust nicht, dass der Chefsessel dieses Magazins den Inhaber auch automatisch zum mächtigsten Journalisten im Land macht: „Der ‚Spiegel‘ ist sicher einflussreich. Aber wenn er so mächtig wäre, hätte er ja die Wahlen auch diesmal beeinflussen können – die Titelzeile ‚Morgen rot’ hat aber nur 14 Tage gehalten.“
Auch zur politischen Zukunft äußerte sich der Sat.1-Wahltalker: So hält er den Regierenden Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit für einen realistischen Nachfolger Merkels. „Die Wahrscheinlichkeit, dass er Kanzler wird, ist nicht gering.“  Hart ins Gericht fur er mit der Lebensweise des designierten SPD-Chefs Sigmar Gabriel, der zwar „ein außerordentlich begabter Politiker“ sei, jedoch: „Wäre er ein bisschen disziplinierter und würde etwas weniger essen…aber dieses Gespräch führe ich mit ihm seit vielen Jahren.“
Das vollständige Interview ist in der Dezember-Ausgabe von „GQ“ nachzulesen.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige