WAZ: Zeitschriften-Produktion wird zentraler

Die Umstrukturierung der WAZ-Gruppe geht weiter: Der Umzug der Frauen-Zeitschriften nach München wird immer konkreter. Nach einem Bericht von "W&V" ziehen die Redaktionen der neuen Women's Group in die Erdgeschossräume des Standorts in Ismaning. Vergangene Woche wurde den Mitarbeitern bei einer Betriebsversammlung der Sozialplan vorgestellt. Umzugswillige Mitarbeiter sollen ihre bestehenden Verträge behalten. Unterdessen wurde die geplante Vertriebs-Allianz mit Burda auf den Weg gebracht.

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Wesentlicher Bestandteil der neuen Redaktionsstruktur soll eine zentrale Service-Redaktion werden. Diese werde nach Willen des Zeitschriftenchefs Manfred Braun Inhalte wie Reisen, Kochen und Service produzieren. Leiter der neuen Service-Redaktion soll Roland Hag werden, der zurzeit noch als stellvertretender Chefredakteur bei „Neue Welt“ in Düsseldorf tätig ist. Gerüchten zufolge sind noch weitere Bündelungen in Planung. So würden Herstellung und Fotobeschaffung auch in München zentral organisiert. Dies wollte die WAZ-Gruppe gegenüber „W&V“ allerdings nicht bestätigen.

Die Promi-Berichterstattung sowie Aktuelles soll weiterhin in den einzelnen Redaktionen stattfinden. Einen ersten Eindruck über den neuen Arbeitsplatz können sich Redakteure am 9. November bei einer Begehung der Räume verschaffen. Sonst ändere sich für bestehende Mitarbeiter nichts. Es gelte Bestandsschutz für die alten Verträge. Neuanstellungen erhalten allerdings andere Konditionen, so werden künftig nur noch tariffreie Verträge vergeben. Erst kürzlich wurde bekannt, dass von den drei Chefredakteurinnen nur Christiane Ams den Umzug in den Süden mitmacht. Martina Lüderitz und Ingrid Theis werden den Verlag auf eigenen Wunsch verlassen. Sie stehen „für einen reibungslosen Übergang“ zur Verfügung.

Neben der Neustrukturierung der Zeitschriften-Sparte arbeitet die WAZ-Gruppe ebenfalls an großen Veränderungen im Vertrieb. Erst gestern gab man bekannt, die Düsseldorfer Aboverwaltungsgesellschaft PMS GmbH & Co KG in MZV direkt GmbH & Co. KG umzubennen. Michael Imhoff, bislang Geschäftsführer des Moderne Zeitschriftenvertrieb (MZV), wird auch die neue Vertriebseinheit leiten. Der MZV direkt hat 30 Mitarbeiter und verwaltet für verschiedene Verlage insgesamt rund 1,1 Millionen Zeitschriftenabonnements. Der Umbau ist offenbar der erste Schritt hin zu einer Vertriebs-Allianz zwischen der WAZ-Gruppe und Burda.

Zusätzlich zum neuem Chef und der Namensänderung, werden bei MZV direkt nun auch die Vertriebsleistungen für Einzelverkauf und Abo unter einer Dachmarke zusammengelegt. Bereits Mitte September wurde bekannt, dass Imhoff, WAZ und Burda an einem gemeinsamen Vertriebsriesen arbeiten. Der neue Verbund aus Burda Medien Vertrieb (100 Prozent Burda) samt Burda-Mandanten und MZV (67 Prozent WAZ-Mediengruppe; 33 Prozent Imhoff) inklusive Partner Medienservices (51 Prozent MZV) kommt auf einen Marktanteil im Einzelhandel (Grosso und Bahnhofsbuchhandel) von 21 Prozent.

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