SchülerVZ: Anwalt bestreitet Erpressung

Nach dem Selbstmord des 20-jährigen aus Erlangen, der wegen des Vorwurfs der Erpressung des Holtzbrinck-Netzwerks verhaftet worden war, hat sein Anwalt die Anschuldigungen zurückgewiesen. Es gebe Hinweise darauf, "dass eine Erpressung nicht versucht wurde", teilte der Berliner Rechtsanwalt Ulrich Dost in einer Pressemitteilung mit. Den Medien wirft Dost in einer Erklärung vor sich "kaum mit der Rolle" der VZnet Netzwerke beschäftigt zu haben. Die VZ-Gruppe hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

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In einer Erklärung auf der Homepage des Anwaltes heißt es weiter: „Aus Sicht der Strafverteidigung stellen sich hier Fragen, die Gegenstand der Beweisaufnahme im Strafverfahren geworden wären. So etwa die Frage, ob das Unternehmen Daniel ein Schweigegeld angeboten hat, um das Aufdecken von ‚Sicherheitslücken‘ der Plattform in der Öffentlichkeit verhindern zu können.

Laut Haftbefehl soll der 20-Jährige von den VZnet Netzwerke eine Summe von 80.000 Euro gefordert haben. Andernfalls soll er die Weitergabe der von ihm illegal beschafften Daten nach Osteuropa angedroht haben.
Zu diesen Vorwürfen schreibt Dost: „Jedoch gibt es seitens der Verteidigung Hinweise darauf, dass eine Erpressung nicht versucht wurde. Vor der Bezifferung eines Betrages durch Daniel soll ein unbeziffertes Zahlungsangebot durch Mitarbeiter des Unternehmens gemacht worden sein. Wenn dem so gewesen ist, lag Zahlungsbereitschaft seitens des Unternehmens vor, die folglich nicht mit einer Drohung erzwungen werden musste. Ein Freispruch wäre im Falle eines Strafverfahrens durchaus zu erwarten gewesen.“

Die Erklärung endet mit einer bewegenden Stellungnahme: „Ich bedauere zutiefst, dass Daniel aus dem Leben gegangen ist. Keine Lebenssituation ist ein solcher Schritt wert.“
Update:
Mittlerweile haben sich die VZnet Netzwerke zu den Vorwürfen des Anwalts im Firmen-Blog geäußert. Dort heißt es: „Die VZ-Netzwerke weisen diese Vorwürfe mit Nachdruck zurück.“ Stattdessen sagt VZ-CEO Markus Berger-de León: „Die Vorwürfe des Anwalts Ulrich Dost sind ebenso unglaublich wie haltlos. Die Beurteilung und Handhabung des Falls lag und liegt aber bei den zuständigen Behörden.“

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