Neuer Klambt-Titel „Look“: News & Shoes

Die Mediengruppe Klambt trotzt der Krise: Um 15 Millionen Euro investiert der Verlag aus Baden-Baden für sein neues Frauenmagazin, das am 11. Februar gelauncht wird. Am Dienstag enthüllte Verleger Lars Joachim Rose auch den Titel: Das Hochglanzheft heißt "Look". Die Redaktion unter Leitung von Chefredakteur Klaus Dahm arbeitet bereits auf Hochtouren. Das Magazin wird wöchentlich erscheinen und soll als erstes "weibliches Hochglanz-Crossover" die Zielgruppe der "urbanen Hedonistas" ansprechen.

Anzeige

Der Pressetermin in der Hamburger Szene-Bar „Elb-Deck“ war so ganz anders als viele Medienveranstaltungen in den Krisenmonaten. Disco-Musik, Lightshow und überaus selbstbewusste Statements der Beteiligten. Keine Frage: Die Mediengruppe Klambt fühlt sich als Krisengewinner, und das wohl zu Recht. Mit „In“ und „OK!“ haben die Baden-Badener in den vergangenen Jahren zwei Erfolgsstorys gegen den Print-Trend hingelegt. Grund genug, nun mit „Look“, das laut Verleger Rose „wichtigste und größte Zeitschriftenprojekt“ der Verlagsgeschichte, zu starten. Rose glaubt, dass der Markt für Frauenzeitschriften noch nicht ausgereizt ist: „Frauenzeitschriften in Deutschland sind statischer und gesetzter als die Frauen selbst“.

Dass Klambt nun mitten in der Krise und nur wenige Monate nach dem Fiasko von Condé Nast mit „Vanity Fair“ einen „niedrigen achtstelligen Betrag“ (Rose) in „Look“ investiert, zeugt von dem Selbstbewusstsein des Medienhauses. Rose: „Anders als viele Wettbewerber haben wir keinen Rendite-Druck und können investieren, um weiter zu wachsen.“ Mit Seitenhieb auf den nahe gelegenen Baumwall fügte Rose hinzu: „Wir sind eine einzige grüne Wiese.“
Anschließend stellt Chefredakteur Dahm die Redaktions-Strickart des Magazins vor. „Look“ habe ein auf dem deutschen Markt einzigartiges Konzept, das Dahm auf den Nenner „News & Shoes“ bringt. Zielgruppe seien die modernen, jungen Großstädterinnen, die so genannten „urbanen Hedonistas“. Für diese bietet „Look“ einen Mix aus opulenter Optik, Service und harten, reportagigen Newsstories. Dahm: „‚Look‘ verbindet erstmals die große mondäne Fashion-Welt der monatlichen Frauenmagazine mit dem Beat und der Schnelligkeit eines wöchentlichen Nachrichten-Magazins.“ Das Heft erscheint jeweils donnerstags.

Klambt-Millioneninvestition „Look“: Das Magazin
startet im Februar mit 500.000 Auflage

Auf sieben Ressorts (People, News, Beauty, Entertainment, Lifestyle, Reportage sowie der City-Guide Metropolis) verteilt sich der redaktionelle Inhalt, wobei der Schwerpunkt auf Fashion und Beauty liegen wird. Dem aktuellen Wochengeschehen sind 25 bis 30 Seiten vorbehalten. Die Startauflage wird bei rund 500.000 Exemplaren liegen.
Für die Medienjournalisten hatte Dahm zur Ansicht ein gedrucktes Testheft dabei. Diese Ausgabe vom 24. September 2009 war durch die Marktforschung gelaufen und hatte nach Verlagsangaben sehr gute Werte erzielt. Unter dem Hochglanz-Titel mit Covergirl Angelina Jolie („Eifersüchtig auf eine Jüngere“) spannt die Redaktion auf 124 Seiten den Bogen von schnellen Magazinseiten („Diese Woche neu in den Läden!“) über People-Reportagen, Beauty-Strecken bis hin zu Entertainment-News und Reise-Tipps.

Die Gesichter der Stars sind die gleichen wie in vielen Magazinen. Die redaktionelle Gangart aber erscheint deutlich forscher als in gesetzteren Celebrity-Zeitschriften. So widmet sich „Look“ unter anderem der Frage, ob Hollywood-Star Georg Clooney schwul ist, erklärt, warum frau mit Oliver Pocher kein Kind möchte und bringt eine Reportage über eine junge, westlich orientierte Muslimin, die im Auftrag ihrer eigenen Mutter ermordet werden sollte. Auch der Sexreport fehlt nicht, wie die Story von Sabine, 37, beweist, die sich „jeden Monat für 1000 Euro Sex kauft“.

Insgesamt machte das Heft beim Blättern einen spannungsreichen, ausgereiften Eindruck. Man merkt, dass neben Chefredakteur Dahm eine ganze Reihe von Profis mit langjähriger Erfahrung im weiblichen Magazinjournalismus am Werk sind. Der Dummy vereint die schnelle Machart der erfolgreichen jungen People-Hefte mit dem redaktionellen Anspruch, auch Reportagen zu düsteren Lebensthemen ins Heft zu bringen. Wenn die Redaktion das Tempo des Dummys auf Dauer durchhält, dürfte der Suchtfaktor bei den Leserinnen nicht gering sein.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige