DJV attackiert PR der Arbeitsagentur

Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) wegen eines neu eingeführten Artikeldienstes heftig kritisiert, bei dem aufbereitete Themen nur unverändert genutzt werden dürfen. "Die Bundesagentur für Arbeit versucht, die redaktionelle Berichterstattung in ihrem Sinne zu beeinflussen", kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Ein Audio-Dienst mit fertigen Beiträgen wurde Anfang der Woche durch einen "Themendienst Print" ergänzt.

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Kürzungen sind in den Nutzungsbedingungen nur in beschränktem Umfang zugelassen, weitere Änderungen unzulässig. Konken wirft der BA vor, dass sie die immer dünner werdende Personaldecke in den Redaktionen für ihre Zwecke auszunutzen versuche. „Von einer staatlichen Einrichtung erwarten wir die strikte Beachtung medienethischer Grundregeln“, sagte Konken.
BA-Sprecher John-Philip Hammersen wies die Kritik zurück. Die Nutzungsbedingungen sollten nur einen Missbrauch der Texte und Bilder verhindern, sagte er der „dpa“. Man wolle nicht, „dass sich einer unserer Interview-Partner durch die völlige Umarbeitung eines Artikel nicht wiederfindet“. Der Dienst diene dazu, die Inhalte der häufig trockenen BA-Pressemitteilungen in einer gefälligen Form zu erläutern. 
In einer BA-Mitteilung an Journalisten wird der Service ebenfalls recht gefällig angepriesen: Es gebe „Interviews mit den Vorständen der BA, Fallbeispiele, Servicethemen und Schicksale“, alles „jeweils druckfertig und mit wenigen Mausklicks nutzbar.“  Die BA wolle den Medien „ein Angebot machen, das über reine Pressemitteilungen hinausgeht und so neben Informationen auch Servicethemen rund um das Thema Arbeit und Jobsuche aufblättern oder die ‚Geschichten hinter den Zahlen‘ zeigen.“
Fertig produzierte, jedoch nach Wunsch scheinbar unabhängige Beiträge sind in der PR ein beliebtes, aber ethisch umstrittenes Instrument. Frisch im Angobot der BA ist gerade dieser Beitrag: „Job weg? Ratgeber: Wie man die persönliche Krise seelisch meistert“.

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