Der schönste und der schlimmste Medienjob

Das US-Medienblog Gawker geht mal wieder ganz schön zynisch mit der eigenen Branche um. In Zeiten knapper Medien-Jobs und schmaler Saläre, hat Gawker den vermeintlich besten und den schlechtesten derzeit verfügbaren Job in der Medienindustrie gekürt. Der "beste" Job ist bei der spendenfinanzierten Online-Zeitung "Texas Tribune" in Texas zu finden. Der "schlechteste" Job ist der als Schreiber von bezahlten Platten-Kritiken bei "Billboard Discoveries". Das Schlimme daran: beide Jobs gibt es wirklich.

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Das US-Medienblog Gawker geht mal wieder ganz schön zynisch mit der eigenen Branche um. In Zeiten knapper Medien-Jobs und schmaler Saläre, hat Gawker den vermeintlich besten und den schlechtesten derzeit verfügbaren Job in der Medienindustrie gekürt. Der „beste“ Job ist bei der spendenfinanzierten Online-Zeitung „Texas Tribune“ in Texas zu finden. Der „schlechteste“ Job ist der als Schreiber von bezahlten Platten-Kritiken bei „Billboard Discoveries“. Das Schlimme daran: beide Jobs gibt es wirklich.

Die Online-Zeitung „Texas Tribune“ wurde von einem Partner bei der Finanzfirma Austin Ventures ins Leben gerufen. John Thornton und seien Frau spendeten rund eine Million Dollar für das Projekt einer unabhängigen Web-Zeitung für Texas. Weitere 1,6 Millionen US-Dollar wurden von weiteren Einzelpersonen und Firmen eingesammelt. Mit Evan Smith wurde ein preisgekrönter Journalist als Chefredakteur zu einem Jahresgehalt von 315.000 Dollar gewonnen. Drei weitere Mitglieder der Redaktion sollen sechsstellig verdienen. Ein Reporter bei der „Texas Tribune“ soll bis zu 90.000 Dollar pro Jahr bekommen. Die Finanzierung sei für zwei Jahre gesichert. Der Gawker-Tipp für Journalisten-Schüler: „Packt Euer Zeug und zieht sofort nach Texas! Schnell! Besser wird’s nicht.“

Und nun zum „schlechtesten“ Medienjob: Das US-Musik-Fachmagazin „Billboard“ (das sind die , die mal die Hitparade erfunden haben) hat einen neuen „Service“ namens „Billboard Discoveries“ gestartet. Und dieser „Service“ riecht sehr nach Verzweiflung. Firmen, hauptsächlich werden wohl Musikfirmen interessiert sein, können bei „Billboard Discoveries“ Musik-Kritiken gegen Geld kaufen. Diese Kritiken werden dann aber in keinem Medium veröffentlicht, weder im „Billboard Magazin“ noch sonstwo. Die Plattenfirma kann aber mit der Kritik für die eigenen Produkte werben. Zitate aus der „Kritik“ können zum Beispiel als Werbespruch auf das Plattencover oder Plakate gedruckt werden. Der Name „Billboard“ soll dabei als eine Qualitätssiegel herhalten.

„Billboard“ weist freilich ausdrücklich darauf hin, dass es keine Garantie für eine positive Besprechung gebe. Die Bandbreite der gekauften Kritiken reiche von „begeistert“ bis hin zu „vernichtend“ und alles dazwischen. Naja. Wer’s glaubt…

Das „Gawker“-Fazit: Bleibt in New York und endet als Schreiber bezahlter Kritiken für „Billboard Discoveries“ oder hüpft in einen Greyhound-Bus nach Texas und versucht euer Glück mit echtem Journalismus. Geht jetzt!“

Wobei hinter die Unabhängigkeit des „echten“ Journalismus von Gnaden der Texas-Bonzen auch noch das eine oder andere Fragezeichen zu setzen wäre. Aber mal davon abgesehen: Was wären eigentlich der tollste und der schrecklichste Medienjob hierzulande? Ideen und Vorschläge gerne in den Kommentaren!

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