Der „Focus“-Relaunch muss warten

Der Relaunch beim "Focus" könnte länger auf sich warten lassen als gedacht. Stattdessen könnte der neue "Focus"-Chefredakteur Wolfram Weimer früher antreten als bekanntgegeben. Der "Spiegel" zitiert Verlagsinsider, die davon ausgehen, dass man mit dem Relaunch warten werde, bis Weimer an Bord ist. Die "Focus"-Redaktion geht nach wie vor davon aus, dass der Relaunch Anfang 2010 stattfindet. Die Zeit drängt: In diesem Jahr schreibt der "Focus" laut "Spiegel" um die zehn Mio. Euro Verlust.

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Der scheidende „Focus“-Chefredakteur Helmut Markwort hatte mit diversen Arbeitsgruppen noch eine umfassende Neugestaltung des „Focus“ angestoßen. Die Ergebnisse aus drei Arbeitsgruppen, die sich im Rahmen des so genannten Projekts Z Gedanken um die Zukunft des „Focus“ gemacht hatten, sollten eigentlich Anfang 2010 ihren Niederschlag im Blatt finden. Die Artikel, so war zu hören, sollten länger, hintergründiger werden. Ein bisschen mehr „Spiegel“ im „Focus“.

Nun könnte das ganze Projekt Z oder Projekt Meta, wie es mittlerweile genannt wird, erst einmal auf Eis gelegt werden, bis der neue Mann an Bord ist. In der Tat ergibt es ja auch keinen Sinn, einen neuen Chefredakteur zu holen und ganz knapp vor dessen Amtsantritt schnell noch einen Relaunch durchzuziehen. Wahrscheinlicher ist eher die Variante, dass man mit dem Relaunch noch ein bisschen wartet und Weimer dafür ein bisschen früher kommt. In einer Übergangsphase könnte Weimer auch schon in den Relaunch eingebunden werden, selbst wenn seine Bande zu „Cicero“ noch nicht völlig gelöst sind. Offiziell soll der Wechsel im Herbst 2010 über die Bühne gehen. Sollten sich die beteiligten Parteien einig sein und relativ schnell ein Nachfolger für Weimer bei „Cicero“ gefunden werden, dürfte das erste Quartal 2010 ein realistischerer Zeitraum sein.

„Focus“-Gründer Markwort fand gegenüber dem „Spiegel“ nur lobende Worte für die gefundene Nachfolge-Lösung. Weimer und Markworts langjähriger Weggefährte Uli Baur seien ein „erstklassiges Tandem“, sagt er. Und weiter: „Mit großer Spannung und viel Wohlwollen werde ich beobachten, wie die beiden die Zeitschrift weiterführen.“ Da wird er nicht der einzige sein.

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