Das Presseecho zum „Handelsblatt“-Relaunch

Die Handelsblatt-Umstellung vom Nordischen Format auf das kleinere Tabloid, ist der wohl wichtigste Zeitungs-Relaunch in diesem Herbst. Das Medienecho auf den Umbau der Wirtschaftzeitung ist allerdings geteilt. Die Stimmen reichen von "gelungen" und "übersichtlich" bis zu dem Vorwurf, dass die Düsseldorfer mit Möglichkeiten des neuen Formates noch nicht zurechtkommen. Der "Tagesspiegel" warnt allerdings, "dass andere Zeitungen in Deutschland" mit dem Tabloid-Format "bisher nicht nur Erfolge feierten".

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Zudem merkt der "Tagesspiegel" an: "Das Titelblatt wird komplett überarbeitet und soll ein wenig an den Maler Piet Mondrian erinnern. Ein großes Bild, eine Grafik, dazu eine Zahl und möglichst eine exklusive Geschichte, das soll laut Chefredakteur das neue Markenzeichen werden. Auf der letzten Seite werden alle Überschriften wie in einem Inhaltsverzeichnis aufgelistet, das Scan-Format für hektische Manager."

David Hein schreibt bei Horizont.net: "Der erste Eindruck des 64 Seiten starken, durchgehend geklammerten Blattes: Das Layout, das durchgehend dem sogenannten "Doppelseiten-Prinzip" folgt, wirkt gelungen und übersichtlich. Allein die Schriftgröße ist etwas klein geraten. Offenbar fällt es den Machern noch schwer, mit der Umstellung auf das kleinere Format auch unnötigen Ballast über Bord zu werfen."

Thomas Lückerath
sieht einen genialen Einfall: "Die Rückseite der Zeitung ist das Inhaltsverzeichnis, dass dank Überschriften und kurzen Anreisser-Texten sogar als brauchbarer Schnellüberblick über die Themen-Lage des Tages zu verwenden ist. Es ist einer der wenigen bemerkenswerten Einfälle abseits der Formatänderung. Für die kann man stehend applaudieren – in der Hoffnung, dass andere dem Beispiel aus Gründen der Lesbarkeit folgen. Ob jedoch alter Wein in neuen Schläuchen auch neue Leser anzieht oder alte zurückholt? Das bleibt abzuwarten."

Dirk Kunde beleuchtet in seinem Blog die neue "Handelsblatt"-Appl: "Bei den Apps von Printmarken frage ich mich immer, warum eine App? Eine iPhone-optimierte Webseite hätte es auch getan." Sein Fazit: "Die Macher haben Anleihen beim großen amerikanischen Vorbild Wall Street Journal (WSJ) genommen, kommen aber mit ihrer App nicht ganz ran. Während die Amerikaner die Möglichkeiten von Text, Audio und Video voll ausspielen, setzen die Düsseldorfer nur auf Text und einige Videos, die man erst tief unter dem Menüpunkt “mehr” findet."

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