„WamS“ startet Paid Content-Webangebot

Während manche Medienhäuser derzeit vorrangig damit beschäftigt zu sein scheinen, neue Geschäftsfelder zu erschließen, setzt Axel Springer mit Macht aufs Kerngeschäft. Die Welt-Gruppe tut sich in punkto Expansion und Innovation besonders hervor. Nur wenige Tage nach Bekanntwerden des "Welt aktuell"-Deals mit der Lufthansa sickert nun eine weitere Neuerung durch: Die "Welt am Sonntag" geht bereits im November online – mit einem technologisch anspruchsvollen e-Magazine als Paid Content-Angebot.

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Bisher ist die „Welt am Sonntag“ im Internet kaum aufgefallen: Wer die Adresse www.wams.de im Internet-Browser eingab, landete direkt bei Welt.de. Primär kann man bei der Welt vor allem ein Abonnement der Welt am Sonntag abschließen.

Doch jetzt soll die „Welt am Sonntag“ doch noch ins Internet kommen, wobei hier ein völlig anderer Ansatz als bei der “normalen” Welt gewählt wird. Der neuen Strategie des Axel Springer-Verlages folgend soll die “Kostenlos-Kultur” im Internet beendet werden; diesem Paradigma unterwerfen sich auch die Internet-Pläne der „WamS“.
Ende vergangener Woche machte eine Mitarbeiterin der Entwicklungsredaktion Einzelheiten des Konzepts in einer internen Rundmail bekannt. Diese Mail wurde dem Pottblog zugespielt, das exklusiv über die Details berichtete. Ein mit den Vorgängen vertrauter Insider bestätigte MEEDIA, dass die Informationen authentisch sind. Mit Erlaubnis des Pottblog-Autors dokumentiert MEEDIA die in Anlehnung an die interne Mail publizierten Einzelheiten.

„Welt am Sonntag“ emag kommt monatlich
Unter diesem Namen will die WamS ab 22. November 2009 online gehen, geplant ist jedoch – entgegen dem Titel – erstmal nur eine monatliche Ausgabe. Wahrscheinlich ist jedoch, dass bei einem Erfolg der Erscheinungsrhythmus sich noch ändern wird, denn “Welt im Monat “klingt auch ziemlich merkwürdig. Das ganze sorgt natürlich für ein völlig neues Redaktionskonzept, da die Inhalte “zeitloser” werden müssen, da man einen ganzen Monat mit dieser einen Ausgabe erhältlich ist.

Der Ansatz ist multimedial

Das neue “Welt am Sonntag“ e-Mag wird auf Flash basieren (und somit erst einmal alle Apple iPhone-Nutzer ausschließen, wiewohl das mögliche System auch für mobile Endgeräte den Content aufbereiten kann) und dabei allerlei multimediale Inhalte anbieten: Neben dem klassischen Text und Bildern sind akustische Elemente (O-Töne, “atmosphörische” Sounds), Animationen (im Rahmen von beispielsweise Infografiken) aber natürlich auch Videos geplant.

Die „WamS“ dürfte dem Beispiel von Editor & Publisher folgen, das Seiten im eMag-Format, wie es beispielsweise mit dem Produkt eMag Pro erstellt werden kann, präsentiert. Dabei kann der Nutzer die Texte nicht nur lesen, sondern über Klicks auf Bilder oder Icons auch Sounds und Videos abspielen. Ob die „WamS“ dieses System oder das komplexere ePaper wie beispielsweise die „Sunday Times“ benutzen wird, ist (noch) nicht bekannt, von den geplanten Möglichkeiten her, wären jedoch beide Optionen möglich.

Die neue “Welt am Sonntag“ e-Mag soll erst einmal pro Ressort nur ein Thema bieten, wobei unter anderem folgende Ressorts geplant sind:

– Politik
– Ausland
– Sport
– Wirtschaft
– Finanzen
– Panorama (Vermischtes)
– Motor
– Kultur
– Wissen
– Reise
– Stil
Die Inhalte sollen exklusiv vorliegen, so dass es keine Gefahr geben sollte, dass man nur Agenturmeldungen, die auch anderswo verfügbar sind, lesen kann.

Das „WamS“-emag soll Geld bringen

Getreu der neuen Springer-Devise soll mit dem Internet jetzt verstärkt Geld verdient werden und somit auch mit dem “Welt am Sonntag“ e-Mag. Dabei setzt man primär nicht auf das obligatorische iPhone als mobile “Cash cow” (wie es beispielsweise die zum gleichen Verlag gehörige „B.Z.“ mit ihrer 79 Cent-App vorhat), sondern auf das flash-basierte Magazin, welches 1,50 Euro pro Ausgabe kosten soll, was auch der Preis für eine ePaper-Ausgabe der „Welt am Sonntag“ ist (bei der man jedoch pro Ressort etwas mehr Artikel bekommt).
Ob es für „WamS“-Abonnenten Vergünstigungen gibt, ist noch nicht bekannt.

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