Redaktions-Fusionen als Mega-Trend

Der Verband der Zeitschriftenverleger (VDZ) und die Wirtschaftsprüfer von KPMG haben auf den Medientagen München eine neue Studie vorgestellt: "Chancen und Risiken der aktuellen wirtschaftlichen Lage für Verlage". Laut der Studie reagieren deutsche Verlage radikal auf die Krise. Jeder zweite Verlag legt Redaktionen zusammen. Zwei Drittel der Verlage legen ihre Print- und Online-Vermarktung zusammen und ein Drittel der befragten Verlagsmanager gab an, Print-Titel einstellen zu wollen.

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Für die Studie wurden 80 Vorstände, Geschäftsführer, Verlags-, Bereichs- oder Abteilungsleiter von Zeitschriften- und Zeitungsverlagen schriftlich befragt. Das Ergebnis bringt keine grundstürzenden Überraschungen, stellt die allgemeinen Print-Befindlichkeiten aber auf eine Zahlenbasis und spiegelt die tagtägliche Nachrichtenlage aus der Printbranche wider.

Zunächst zu den Sparmaßnahmen. Die Hälfte der befragten Entscheider aus Verlagen gaben in der Studie an, Redaktionen zusammenlegen zu wollen. Und zwar sowohl die Redaktionen von verschiedenen Titeln, als auch die On – und Offline-Redaktionen einzelner Titel. Wobei die Macher der Studie betonen, dass das Zusammenlegen von Print- und Online-Redaktionen vor allem beiTageszeitungsverlagen ein Thema ist, da sich die Arbeitsweisen hier bereits sehr ähneln.

Ein Drittel der Befragten gab sogar an, Print-Titel einstellen zu wollen. Die Macher der Studie rechnen darum für dieses Jahr mit insgesamt mehr Einstellungen von Printtiteln als Neueinführungen. Die Hoffnung der Verlage ruht in erster Linie auf neuen Erlösmodellen. Zwar glauben die Entscheider, dass die Vertriebs- und Anzeigenlage sich wieder bessert. Aber kaum jemand rechnet damit, dass das Niveau der Vergangenheit jemals wieder erreicht wird.

2008 haben die befragten Verlage mit Online-, Mobil- und sonstigen Geschäften im Durchschnitt 27,2 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet. Diesen Anteil wollen die Verlage bis 2012 auf 35,2 Prozent steigern. Dagegen rechnet man damit, dass der Anteil der Anzeigen am Umsatz von 41,3 auf 36,8 Prozent und der Vertriebsanteil von 37,4 auf 35,7 Prozent sinken wird. Und weil man das glaubt, wollen 80 Prozent der Befragten ihre Aktivitäten in Sachen Online und Mobile erweitern.

Sonderlich überraschend ist das nicht. Ebensowenig wie der Befund, dass man Paid Content vor allem auf neuen Endgeräten, wie E-Books und Smartphones eine Chance einräumt. Dort, so hoffen die Verlagsmanager, könnte man noch verhindern, dass sich eine „Free-Erwartungshaltung“ wie im Internet etabliert. Mit Hilfe einer Mix-Strategie, also im wesentlichen Online-Werbung, Paid Content und E-Commerce, sollen die reinen Digital-Erlöse von 8,7 Prozent in 2008 auf 12,5 Prozent in 2012 steigen. Jetzt muss das nur noch genauso kommen, dann können alle halbwegs zufrieden sein.

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