Heftiges Minus im Fachzeitschriftenmarkt

Alarmierende Nachrichten aus der Branche der Fachzeitschriften. Laut der neuesten Brutto-Werbeumsatz-Statistik der Vertriebsunion Meynen setzten die 428 untersuchten Titel in den ersten drei Quartalen 2009 rund 25% weniger mit Werbung um als im Vorjahreszeitraum. 18.316 Anzeigenseiten hat die VU Meynen weniger gezählt als 2008. Besonders hart getroffen hat es Titel wie die "VDI nachrichten" und die "VerkehrsRundschau", glimpflich davon gekommen sind nur vier der 54 Teilsegmente.

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So legten die untersuchten Fachzeitschriften des Segments „Schmuck/Uhren“ 7,8% zu, die Medizintechnik-Titel gewannen 3,0% und die der Branche Arbeitsschutz/Arbeitssicherheit 5,2%. Alle drei tragen aber nur einen recht kleinen Anteil zum Gesamtzumsatz des Fachzeitschriftenmarktes bei, ihre Zuwächse sind also eher ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das einzige der zehn umsatzstärksten Segmente, das seine Vorjahreszahlen verbessern konnte, ist die Energieversorgung. Von 14,778 Mio. Euro auf 15,282 Mio. Euro verbesserten sich die 18 Titel – immerhin ein Plus von 3,4%. Marktführer „Sonne Wind & Wärme“ gewann dort beispielsweise 12,0% und setzte in den ersten drei Quartalen 2,385 Mio. Euro mit Werbung um.

Relativ glimpflich davon gekommen sind aus der Top Ten zudem nur die Segmente Lebensmittelmarkt (-12,9%) und Chemie-Technologie (-10,2%). Besonders heftig verloren haben hingegen das Segment Industrie, allgemein (-42,3%) und die Wirtschaftspresse (-36,0%). Außerhalb der Top Ten verloren auch die Metallbearbeitung (-40,2%), die Druckverarbeitung (-40,5%), die Automobiltechnik (-43,6%) und die Fertigungstechnik (-43,9%) mehr als 40%.

Beim Blick auf die 20 umsatzstärksten Fachzeitschriften sieht es noch roter aus als bei der Segmentbetrachtung. In der Top 20 findet sich kein einziger Titel, der seinen Brutto-Werbeumsatz aus dem Jahr 2008 verbessern konnte. Die „VDI nachrichten“ verloren dabei heftige 66,6%, die „VerkehrsRundschau“ 44,8% und das „manager magazin“ 38,9%. An der Spitze des Rankings finden sich neben dem „manager magazin“ auf Platz 4 auch die „Wirtschaftswoche“ und „Capital“ auf den Rängen 1 und 2. Die Vertriebsunion Meynen, die seit Jahrzehnten die Werbeumsätze der Fachzeitschriftenbranche beobachtet, wertet diese drei Magazine, die sich auf der Grenze zwischen Publikumszeitschrift und Fachzeitschrift bewegen als Fachtitel.

Zwischen die drei Wirtschaftsmagazine schieben konnte sich die „Lebensmittel Zeitung“, die nur 9,3% verlor und damit gemeinsam mit der „Deutschen Handwerks Zeitung“ (-5,0%) als einziger Top-20-Titel unter der 10%-Marke blieb. Beinahe hätte sich die „Lebensmittel Zeitung“ wegen der massiven „Wiwo“-Verluste sogar auf Platz 1 der Liste vorgekämpft. Überdurchschnitlich hoch sind die Umsatzverluste im Segment Marketing & Werbung. Marktführer „w&v“ verlor dort 31,5%, Verfolger „Horizont“ 31,0%. Auch bei den Fachdiensten sieht es düster aus: „new business“ büßte 21,0% der Vorjahresgelder ein, der „Kontakter“ 31,9%, der „kressreport“ 37,0% und „textintern“ – allerdings auch wegen eines Wechsels im Erscheinungsrhythmus –  sogar 60,0%.

Düstere Stimmung also in fast allen Fachzeitschriftsbranchen. Michael J. Rebelein, Geschäftsbereichsleiter Werbemarktbeobachtung der Vertriebsunion Meynen sagt dazu: „Die Fachpresse sucht zurzeit nach zukunftsweisenden Medienkonzepten, um wieder auf die Erfolgschiene zurückzukehren. Viel Zeit bleibt der Branche dafür nicht.“

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