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Zeitungs-Wunder in Frankreich?

Jürg Altwegg, Korrespondent der FAZ, zeichnet ein überraschend positives Bild der französischen Zeitungen: In den Redaktionen herrsche Aufbruchstimmung, "Libération", "Figaro" und "Le Monde" würden gerade höchst attraktiv und sogar schon erfolgreich umgebaut. "Ihre Anstrengungen überwinden die lähmende Resignation", schreibt Altwegg – geschehen jenseits des Rheins Medien-Wunder?

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Zumindest bei der vor einigen Monaten relaunchten „Libération“ tut sich offenbar Erstaunliches: Nach jahrelangem Auflagenschwund deuten die Zeichen im Moment auf ein stabiles Plus von 10 Prozent, dass das linke Blatt auf 150.000 verkaufte Exemplare zurückbringen könnte. Altweggs Erklärung: „Mehr Tiefe und mehr Hintergrund, mehr Meinung und mehr Distanz.“

Auch die frisch errichteten Bezahlschranken im Internet – zwei Varianten mit 6 oder 12 Euro monatlich – lassen sich scheinbar vielversprechend an; ein Redakteur spricht von 1000 Abonnenten. „Libération“ will für 2009 schwarze Zahlen vorlegen, was erstaunlich genug wäre.
Die gestern verkündeten Unterstützungspläne der Regierung – beginnend mit Gratis-Abos für junge Erwachsene im Wert von 5 Millionen Euro – dürften die Stimmung weiter heben. Die Anzeigenerlöse sind in Frankreich nicht weniger eingebrochen als anderswo, die Moral der geschrumpften Blätter scheint aber intakt. 
Altwegg jedenfalls verbreitet eine Zuversicht, die womöglich auch auf das eigene, krisengebeutelte Haus abstrahlen soll: „Das letzte Wort über die Zukunft der Qualitätszeitung ist noch nicht geschrieben.“

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