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IVW: Massives Minus für „Capital“ & Co.

Die Wirtschaftskrise reißt auch bei den Wirtschaftsmagazinen große Löcher in die Kassen. Die ZAS zeigt riesige Minuszeichen bei den Anzeigenumfängen und auch von der IVW kamen in diesem Quartal fast durchgehend schlechte Nachrichten. Neun der zehn meistverkauften Titel verloren bei der harten Auflage, also den Abos und im Einzelverkauf, einzig "Focus Money" konnte seine Auflage immerhin hauchdünn erhöhen. Besonders bitter sieht es bei "Capital", "Euro", "Euro am Sonntag" und "Impulse" aus.

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Alle drei Magazine verloren bei der harten Auflage mehr als 10% ihrer Vorjahresverkäufe: „Impulse“ liegt bei Abo und Einzelverkauf 10,8% im Minus, „Euro“ verlor 12,3% der harten Verkäufe, „Euro am Sonntag“ 13,3% und „Capital“ sogar 15,8%. Außerhalb der Top Ten ging es für „Börse Online“ sogar um 16,0% hinunter. Damit verloren alle drei Magazine der G+J Wirtschaftsmedien mehr als 10% ihrer Vorjahresverkäufe. Bittere Nachrichten für Steffen Klusmann, Chef des Chefredakteurskollegiums der drei Titel, der sie Anfang des Jahres umgebaut hatte.

Einziger Gewinner der zehn meistverkauften Titel ist bei der harten Auflage „Focus Money“. Abonnentenzahl und Einzelverkauf blieben extrem stabil, unter dem Strich kam ein Plus von 0,1% heraus. Einen großen Anteil daran haben die ehemaligen Abonnenten der Zeitschrift „Wertpapier“, die nach dem Aus des Magazins Anfang des Jahres nun „Focus Money“ bekommen. Offenbar wurden bei „Focus Money“ als Ausgleich massiv Billig-Abos abgebaut, sodass sich die Abonnentenzahl trotz der Ex-„Wertpapier“-Bezieher kaum erhöht hat. Wie auch bei den meisten Mitbewerbern besteht die „Focus Money“-Gesamtverkaufsauflage nur zu einem recht kleinen Teil aus harten Verkäufen. 42,9% der „Focus Money“-Käufer erhalten ihr Heft per Abo oder am Kiosk, der große Rest per Bordexemplar oder Sonstigem Verkauf. Ebenfalls bei unter 50% liegt dieser Anteil bei „Börse Online“, „Capital“, „Euro am Sonntag“ und „Impulse“.

Betrachtet man die Gesamtverkäufe, so gehört „Focus Money“ nicht zu den Gewinnern. Grund: Burda hat deutlich Bordexemplare und Lesezirkel-Hefte abgebaut. Gewonnen haben hingegen das Verbrauchermagazin „Guter Rat!“ und „brand eins“ – beide deswegen, weil man mehr Bordexemplare unter das Volk gebracht hat. Ähnlich deutlich wie bei der harten Auflage sehen die Minuszeichen hingegen bei „Capital“, „Euro“, „Impulse“ und „Euro am Sonntag“ aus. Die heftigen Verluste des „Manager Magazins“ haben wie bei „Focus Money“ damit zu tun, dass man die verteilten Bordexemplare deutlich heruntergefahren hat. Relativ glimpflich davon gekommen ist diesmal die „Wirtschaftswoche“. Insgesamt verlor sie 3,7%, bei der harten Auflage deutlichere 7,1%. Damit lag sie dennoch klar unter den schlechten Zahlen vieler Konkurrenten.
Kaum profitieren konnten die Magazine von der Einstellung der beiden Bauer-Titel „Geldidee“ und „Wertpapier“, die im Vorjahr noch existierten und im März diesen Jahres eingestellt wurden. Die „Wertpapier“-Abonnenten bekommen nun zwar „Focus Money“, doch die rund 45.678 „Geldidee“-Abonnenten und -Kiosk-Käufer haben sich nach dem Aus der Zeitschrift offenbar kaum für einen Konkurrenztitel entschieden.

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