Jack Wolfskin zieht Abmahnung zurück

Wieder hat das Web eine Schlacht gegen einen Markenkonzern gewonnen. Seit vergangenem Sonntag prasselte die Netz-Kritik, wegen der Abmahnung einiger Nutzer der Bastelplattform DaWanda, auf Jack Wolfskin ein. Geschäftsführer Manfred Hell sagte nun gegenüber der dpa: "Die zum Teil heftige Kritik unserer Kunden in den aktuellen Fällen der DaWanda-Anbieter nehmen wir ernst und zum Anlass, unser Vorgehen kritisch zu hinterfragen". Der Outdoor-Hersteller will den Betroffenen deshalb die Kosten erlassen.

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„Wir sind immer bemüht, mit Augenmaß und nur dort vorzugehen, wo wir unsere Schutzrechte wirklich gefährdet sehen“, sagte Hell gegenüber der Agentur. Hell versicherte nun, dass für Jack Wolfskin „Anwaltliche Hilfe“ in Zukunft „erst ein letzter Schritt sein“ soll.

Das klang vor Tagen in einer ersten Untenehmens-Erklärung noch anders: „Jack Wolfskin als Markeninhaberin hat das Bestreben und die Pflicht, die Marke gegen ähnliche Drittzeichen zu verteidigen, da die Marke sonst geschwächt wird.“
Hintergrund: Am Wochenende wurde bekannt, dass die Anwälte des hessischen Bekleidungs-Unternehmens, das im Besitz der Private Equitiy-Firma Quadriga Capital ist, in den vergangenen Wochen offenbar allen Anbietern von selbstgemachten Produkten (Taschen und Sticker) im Pfoten-Design die Verwendung dieses Logos untersagt haben. Dabei wurden nicht nur Abmahnungen an die Handarbeitsplattform DaWanda verschickt, sondern auch an zwei Mitglieder. Kostenpunkt: bis zu 991 Euro.
Nach Bekanntwerden des Falls rollte eine Protestwelle durch deutsche Blogs. „Lernen Anwälte und PR-Menschen eigentlich nichts aus den Vorgängen der Vergangenheit?“, fragt Ralf Schwartz im Blog Werbeblogger.
Der Fall Jack Wolfskin nimmt nun dasselbe Ende wie bereits vor wenigen Wochen der Streit zwischen der Web-Öffentlichkeit und Jako. Der Sportkleidungs-Hersteller hatte einen Blogger abgemahnt, weil dieser sich despektierlich über das neue Firmenlogo äußerte. Innerhalb von zwei Tagen entstand im Web eine solche Empörungswelle, dass Jako nichts anderes überblieb, als die Anschuldigungen zurückzuziehen.

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