Datenklau: So schützen Sie Ihre Web-Profile

Der Datenklau bei SchülerVZ hat gezeigt: Benutzerdaten sind im Web 2.0 nicht wirklich sicher. Wer mit seinen Freunden vernetzt bleiben will und dennoch viel Wert auf Privatsphäre und Sicherheit legt, sollte einige Tipps beachten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Profile bei Facebook, Xing und der VZ-Gruppe sicherer machen und sich vor unerwünschten Zugriffen schützen. Denn was viele nicht wissen: Drittanbieter können auf Ihre Facebook-Daten zugreifen, wenn Ihre Freunde eine der beliebten Apps installieren.

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Netzwerken im Web ist nur dann sinnvoll, wenn die Plattformen verantwortungsvoll mit Ihren Daten umgehen. Aber auch Sie selbst haben viele Möglichkeiten, unerwünschte Zugriffe von außerhalb zu unterbinden. MEEDIA erklärt Ihnen, wie Sie Ihre digitalen Identitäten gegen Crawler und Hacker abschotten.

Wie Sie Ihr Facebook-Profil schützen

Facebook ist nützlich und unterhaltsam, versteckt in seinen AGBs und Sicherheitseinstellungen aber etliche Stolperfallen. Mit einigen, wenigen Tricks optimieren Sie Ihr Profil und schützen Ihre Daten vor unerwünschten Zugriffen.

Laden Sie keine privaten Bilder hoch
In den AGBs ist zu den Themen Veröffentlichungen und Lizenzierung von privatem Content Folgendes enthalten: „Mit dem Posten von Benutzerinhalt auf einem beliebigen Teil der Site erteilst du dem Unternehmen automatisch eine unwiderrufliche, zeitlich unbegrenzte, nicht ausschließliche, übertragbare, vollständig bezahlte, weltweite Lizenz (mit dem Recht zur Vergabe von Unterlizenzen) für das Verwenden, Kopieren, öffentliche Aufführen, öffentliche Darstellen, Umformatieren, Übersetzen, Anfertigen von Auszügen (vollständig oder teilweise) und Weitergeben solcher Benutzerinhalte für kommerzielle, Werbe- oder sonstige Zwecke auf oder in Verbindung mit der Site oder mit dem Marketing für die Site, für das Erstellen abgeleiteter Werke oder die Einarbeitung solcher Benutzerinhalte in andere Werke und für das Vergeben und Autorisieren von Unterlizenzen zu Vorstehendem.“

Laden Sie nur eigens erstellen Content hoch
Auch innerhalb des Facebook-Netzwerks greift das Urheberrecht. Wenn Sie beispielsweise Bilder verwenden, an denen Sie keine Rechte besitzen, riskieren Sie eine Abmahnung.

Akzeptieren Sie keine Applikationen
Sie wollen wissen, welche Bedeutung Ihr Name hat oder welche Stadt am besten zu Ihnen passt? Dann fragen Sie lieber einen Namensforscher oder unternehmen eine Städtereise. Die sonst so beliebten Facebook-Quize machen zwar Spaß, erlauben aber Drittanbietern den Zugriff auf Ihre Userdaten. Es lässt sich nur schwer nachvollziehen, wer sie programmiert hat und was die Programme mit den gewonnenen Daten anstellen.

Wie verheerend das sein kann, erklärt Facebook in den Informationen zu den Privacy-Einstellungen selbst: „Wenn einer deiner Freunde einer Anwendung den Zugriff auf dessen eigene Informationen erlaubt, kann diese Anwendung unter Umständen auch auf alle Informationen über dich zugreifen, die diese/r FreundIn bereits sehen kann.“ Unter „Privatsphäre“ und „Anwendungen“ kann der User deshalb festlegen, welche Art von Informationen über das eigene Profil für Freunde durch andere Anwendungen sichtbar sind. Hier empfiehlt es sich, sämtliche Optionen zu deaktivieren.

Verschärfen Sie Ihre Sicherheitseinstellungen
Wenn Sie es vermeiden wollen, dass jeder nachvollziehen kann, wie Sie gerade aussehen, wo Sie leben und mit wem Sie befreundet sind, sollten Sie Ihre Privacy-Einstellungen anpassen. Deswegen unter „Privatsphäre“ die „Such-Sichtbarkeit“ auf „Nur Freunde“ stellen und die Kästen für „Profilbild anzeigen“ und „Freundeslisten“ deaktivieren.

Unter „Privatsphäre“ und „Profil“ ebenfalls die Sichtbarkeit auf „Nur Freunde“ stellen.
Unter „Privatsphäre“ und „Einstellungen“ können Sie auswählen, was andere User von Ihren Facebook-Aktivitäten mitbekommen sollen. Beispielsweise Ihren aktuellen Profilstatus, eingestellte Fotos oder Neuigkeiten auf Ihrer Pinnwand.
Unter „Privatsphäre“ und „Kontaktinformationen“ sollten Sie ebenfalls Ihre Userdaten für andere Netzwerke nur für direkte Freunde sichtbar machen.

Füllen Sie Ihr Profil nicht vollständig aus
Facebook verdient sein Geld mit Werbung. Werbekunden wollen Ihre Zielgruppe möglichst genau ansprechen. Deswegen ist es nur verständlich, dass Facebook freiwillig zur Verfügung gestellte Daten nutzt, um zielgruppenorientiert Werbung zu schalten. Auch wenn Sie mit den oben genannten Einstellungen derlei Nutzung untersagen, lohnt ab und ab ein Blick in die AGBs. Außerdem nützt ein vollständiges ausgefülltes Facebook-Profil keinem. Ihre Freunde kennen Sie gut genug.

Wie Sie Ihr Xing-Profil schützen
Auch viele User des Business-Netzwerks Xing wissen nicht, wie viel sie der Weltöffentlichkeit tatsächlich preisgeben. Im MEEDIA-Interview sagte Web-Experte Peter Schink: „Die bei Xing herumliegenden Daten sind schon von erschreckendem Umfang“ und bis bei Facebook ein „vergleichbarer Skandal“ auftritt, „ist nur eine Frage von Wochen oder Monaten.“ Stein des Anstoßes war die Freizügigkeit, mit der das Netzwerk mit Telefonnummern, Adressen und  E-Mail-Adressen umgeht. Viele Kontaktdetails sind bei falsch gewählten Einstellungen direkt über Google abrufbar.

Wie viele Daten frei zugänglich sind, zeigt eine einfache Suchanfrage bei Google. „site:xing.com/profile müller tel.“ listet sämtliche verfügbare Xing-Profile von Personen mit dem Nachnamen Müller samt Telefonnummer und weiteren Kontaktdaten. Diese Anfragen lassen sich noch weiter eingrenzen, beispielsweise nach Wohnort oder Familienstand.

Um das zu vermeiden und Ihre Kontakdaten nur innerhalb des Xing-Netzwerks aufrufbar zu machen, können Sie hier einige Einstellungen vornehmen. Unter „Meine Privatsphäre“ deaktivieren Sie die Optionen „Mein Profil darf auch für Nicht-Mitglieder abrufbar“ sein und „Mein Profil darf in Suchmaschinen auffindbar sein“. 

Wie Sie Ihr Profil bei StudiVZ/MeinVZ/SchülerVZ schützen
Den Betreibern der VZ-Gruppe ist es nach eigenen Angaben „Deine Privatsphäre wichtig“. Doch viele User vergessen wichtige Einstellungen. So ist Ihr Profil nur für Freunde sichtbar, Ihre Fotoalben sind aber weiterhin frei zugänglich.

Unter „Meine Privatsphäre“ und „Mein Profil“ sollten Sie Ihr Profil deswegen nur für Freunde sichtbar machen. Haben Sie Ihr Profil eingeschränkt, können Sie im nächsten Schritt auswählen, welche Kontaktdetails (Gruppen, Fotos, Persönliches etc.). Auch Ihre Kontaktdaten sollten nur für Freunde sichtbar sein.

Viele unterschätzen zudem die Macht der VZ-„Super-Suche“. Dort reicht es oft aus, nur nach Vornamen und aktuellem Aufenthaltsort zu suchen, um in wenigen Schritten Personen zu finden und durch deren Profile und Fotoalben zu stöbern. Unter „Meine Privatsphäre“ und „Suche“ können Sie veranlassen, dass niemand Sie über die Suchfunktion findet.

Wenn Sie auch nicht in den Werbestatistiken von Studi- und Mein-VZ auftauchen wollen, können Sie unter „Meine Privatsphäre“ und „Werbe-Einstellungen“ veranlassen, dass Sie keine zielgruppenspezifische Werbung erreicht. Ansonsten berichten die Netzwerkbetreiber dem Anzeigenkunden nach Ablauf der Werbeaktion, dass beispielsweise 100.000 Frauen einen Werbebanner gesehen haben und 2.500 Frauen den Banner angeklickt haben.

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