Rekord für „Glamour“, Minus für „Brigitte“

Der Markt der Frauenzeitschriften befindet sich im Umbruch. Während tradtionsreiche Titel wie die "Brigitte" Stück für Stück an Auflage verlieren, konnten die monatlichen Angreifer "Glamour", "Joy" und "Jolie" in den vergangenen 12 Monaten extrem zulegen. Zwischen 21,7% und 35,9% wuchsen die Verkäufe der drei Magazine laut IVW im Vergleich zum Vorjahr. Größter Verlierer des Quartals ist unterdessen "emotion" - mit einem heftigen Verkaufs-Minus von 32,6%.

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Bleiben wir bei unserem Blick auf die aktuellen IVW-Auflagen der 14-täglichen und monatlichen Frauenzeitschriften zunächst bei den 14-täglichen Titeln. Die „Brigitte“ ist hier weiterhin die unangefochtene Nummer 1. Allerdings: Sie meldete eine verkaufte Auflage von nur noch 691.480 Stück – der geringste Wert seit weit über 30 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Verkäufe um 7,9% gefallen. Noch unschöner: Zieht man nur die harte Auflage, also Einzelverkauf und Abo heran, so befindet sich die „Brigitte“ nur noch bei 436.230 verkauften Exemplaren, der Rest wird durch Sonstige Verkäufe und Bordexemplare aufgefüllt. Bei der harten Auflage ging es für das Magazin sogar um 11,7% hinunter.

Als Erläuterung, was ein solcher Auflagenverlust von 57.626 Stück für die „Brigitte“ bedeutet eine kleine Rechnung: 26 „Brigitte“-Ausgaben erscheinen pro Jahr, der Copypreis beträgt 2,60 Euro. Bei 57.626 weniger verkauften Heften bedeutet das aufs Jahr umgerechnet also einen Brutto-Vertriebsumsatzrückgang von 3,9 Mio. Euro. Deutlich glimpflicher davon gekommen sind die beiden 14-täglichen Konkurrenten „Freundin“ und „Für Sie“. Insgesamt verloren sie 2,8% bzw. 4,6%, bei der harten Auflage konnte die „Freundin“ sogar ganz leicht zulegen, die „Für Sie“ liegt hier bei einem Minus von 1,9%. Dennoch bleibt die „Brigitte“ weiter mit klarem Vorsprung die Nummer 1 in diesem Segment:

Bei den monatlichen Frauenzeitschriften leuchten hingegen die Pluszeichen aus den IVW-Tabellen. Marktführer „Glamour“ ist die Umstellung von der 14-täglichen zurück auf die monatliche Erscheinungsweise extrem gut bekommen. So verbesserte sich das Magazin um 32,2%, abzüglich sonstiger Verkäufe und Bordexemplare sogar um unglaubliche 51,3%. Statt 279.558 Hefte setzte man nun 422.995 Exemplare per Abo und Einzelverkauf ab. Die Gesamtverkaufszahl von 568.247 ist der beste Wert in der „Glamour“-Geschichte.

Ebenfalls enorm sind die Zuwachsraten bei „Jolie“ und „Joy“. Nachdem es dort wie auch bei „Glamour“ in den vergangenen Jahren Auflagenverluste gab, geht es 2009 wieder extrem nach oben: „Jolie“ wuchs insgesamt um 35,9%, bei der harten Auflage um 19,9%, „Joy“ gewann 21,7% bzw. 23,6% hinzu. Die „Jolie“ verkaufte sich nur einmal noch besser als im dritten Quartal 2009: genau vier Jahre zuvor.

Doch auch bei den monatlichen Frauenmagazinen gibt es nicht nur Gewinner. So verloren zahlreiche Konkurrenten wie „Brigitte Woman“, „healthy living“, „Lena“, „Madame“ oder „Vital“ Käuferinnen. Die „Maxi“ verlor hingegen nur wegen eines radikalen Abbaus der Sonstigen Verkäufe und Bordexemplare, bei der harten Auflage legte das Blatt sogar zu. Besonders hart getroffen hat es unterdessen das Magazin „emotion“. Es kam im dritten Quartal nur noch auf 87.894 Verkäufe, darunter ganze 48.206 per Abo oder Einzelverkauf abgesetzte Exemplare. Insgesamt bedeutet das ein Minus von 32,6% bzw. 32,5% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Unser Top-20-Ranking der monatlichen Frauenzeitschriften verfehlt „emotion“ damit um Längen:

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