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Ex-„Focus“-Leute machen „Casting“-Magazin

Das "Casting"-Magazin ist ein neues Heft, das sich an junge Leute richtet, die bei den allgegenwärtigen Casting-Shows in TV und sonstwo mitmachen wollen. Die Druckauflage liegt bei 150.000 Exemplaren. Geld verdienen will man beim "Casting"-Magazin nicht nur mit dem klassischem Zeitschriften-Geschäft, sondern auch mit Workshops. Gegründet wurde wurde das neue Magazin von ehemaligen "Focus"-Leuten. So grüßt der frühere "Focus"-Verlagsleiter Thorsten Ebertowski als Co-Geschäftsführer.

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Es gibt aber noch mehr Verbindungen. Ebertowskis Ehefrau Franziska ist für die Events bei dem jungen Verlag zuständig. Große Teile des „Casting“-Teams haben zudem früher für die PDF-Publikation „Focus Campus“ gearbeitet. Verantwortlich für „Focus Campus“ war Loan Brossmer, der in der Medienbranche zuvor, ebenfalls als PDF-Publikation, den leicht schräg anmutenden Medien-Fachdienst „Trüffeljäger“ herausgebracht hatte. Brossmer übernahm „Focus Campus“ von Burda Ende 2008 komplett und nannte die Studenten-Publikation in „Whizkid“ um. Dem „Wunderkind“ war aber kein langes Leben beschieden, „Whizkid“ wurde bald eingestellt. Nun versucht es Brossmer wieder mit gedrucktem Papier und ist Herausgeber des „Casting“-Magazins. Seine Gesellschaft Brossmer & Partner Medien zeichnet auch für die Workshops des Magazins verantwortlich. Das Heft selbst erscheint in der Casting Magazin GmbH.

Chefredakteurin des Heftes ist die erst 23-jährige Niña-Katharina Paetow, ehemals Mode-Chefin bei „Focus Campus“. Sie ist die Tochter des stellvertretenden „Focus“-Chefredakteurs Stephan Paetow. Ihr Vize-Chefredakteur beim „Casting“-Magazin, Frank-Michael Wellner, war auch schon Vize bei „Focus Campus“ und schon mal Chefredakteur des Lifestyle-Magazins „blond“. Das „Casting“-Heft selbst soll alle 14 Tage freitags für 2,80 Euro erscheinen. Gedruckt ist es auf hochwertigem Papier und setzt konsequent auf die Casting-Idee. Es gibt die kommenden Casting-Termine, eigene Shootings, Model-Porträts, ein Interview mit der „Joy“-Modechefin Petra Springer und der „Casting-Coach“ verrät, wie man am besten tote Menschen spielt („Stillhalten ohne zu blinzeln – reicht das schon?“).

Und „Casting“ castet natürlich auch selbst. So wird in jeder Ausgabe ein „Casting-Model of the Week“ gekürt, das dann jeweils auch das Cover der nächsten Ausgabe ziert und eine Fotostrecke im Inneteil bekommt. Was soll man von „Casting“ halten? Einerseits ist es fraglich, ob man den Casting-Wahn junger Menschen mit so einem Magazin noch zusätzlich anfeuern muss. Andererseits lässt sich nicht bestreiten, dass es einen Markt für so etwas gibt. Die große Zahl der Fernsehshows von „DSDS“ bis „Popstars“ beweist das. So ist es erstaunlich, dass nicht schon vorher ein Verlag auf die Idee gekommen ist, eine Zeitschrift zum Thema zu machen.

Die Idee, das Magazin mit Model-Workshops zu verknüpfen könnte geschäftlich genial sein. Für knapp 200 Euro gibt es einen Model-Crashkurs, „Casting“-Magazin-Abo inklusive. Das Geld fürs „Casting“-Magazin stammt laut Auskunft vom Verlag hauptsächlich von Co-Geschäftsführer Michael Heil. Auch Ebertowksi und einige weitere Privatpersonen halten Anteile an der Casting Magazin GmbH, Heil sei aber der Mehrheits-Gesellschafter. Andere Verlage oder Medienunternehmen sind laut Verlag nicht beteiligt.
Die Macher haben jedenfalls viel vor. So soll 2010 unter anderem die Website zu einer Casting-Community ausgebaut werden. Die zweite Ausgabe des „Casting“-Magazins erscheint am 30. Oktober.

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