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Mediennutzung: TV vor Print und Internet

Die Deutschen greifen immer noch am häufigsten zur Fernbedienung oder blättern in der Zeitung, um Nachrichten zu konsumieren. Laut einer Studie des Marktforschers TNS Emnid informieren sich 91 Prozent der Bundesbürger mit Internetanschluss via TV und Tageszeitung. 61 Prozent derjenigen, die sich im Web mit Nachrichten versorgen, wählen die Angebote klassischer Medienhäuser an, diese seien seriös und vertrauenswürdig. Etwa die Hälfte (49 Prozent) ist auch bereit, Geld dafür zu bezahlen.

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Laut Studie geben 70 Prozent der deutschen Onliner „die Seriosität, die ein Internet-Anbieter sich in klassischen Medien erworben hat“, als wichtigstes Auswahlkriterium für Informations- und Nachrichtenangebote im Internet an. Den klassischen Medien-Anbietern gelingt es, die eigene Vertrauenswürdigkeit und Seriosität in das weltweite Netz zu übertragen. Allerdings spielt es für 58 Prozent keine Rolle mehr, ob eine Nachricht in einer Zeitung oder im Internet steht.
 
Beim Thema Paid Content hält sich die Waage. So erklären sich 49 Prozent der Befragten  bereit, für eine Nachrichtenquelle, der sie vertrauen und die sie nutzen wollen, auch zu zahlen. Dem gegenüber stehen 40 Prozent, denen es gleich ist, von welchem Internetangebot sie ihre Informationen beziehen, solange sie nichts dafür bezahlen müssen.

Allerdings gelingt es den klassischen Medien bei den unter 30-Jährigen nur noch bedingt, ihre Seriosität auf die Internetangebote zu übertragen. Während 63 Prozent der über 50-Jährigen den klassischen Medien grundsätzlich mehr vertrauen als den Angeboten des Internet, ist es nur noch die Hälfte der 30- bis 49-Jährigen und bei den 14- bis 29-Jährigen nur mehr ein Drittel.

Ein weiterer deutlicher Unterschied lässt sich zwischen alten und neuen Bundesländern feststellen. Im Westen zeigen Medienrezipienten eine deutlich größere Affinität gegenüber den klassischen (Print-) Medien, die auch für Orientierung im Netz sorgen. Hingegen seien Bundesbürger im Osten deutlich weniger kritisch in Bezug Herkunft von Informationen. Zudem seien sie deutlich preissensibler.
 
Dass etwa 70 Prozent der unter 30-Jährigen keinen Unterschied mehr zwischen Zeitung und Internet entdecken können sei führe zwar nicht zum Verschwinden klassischer Medienangebote, aber zu einer Veränderung ihrer Bedeutung in einer konvergenten Medienwelt. „Die Wertschätzung unabhängiger, professionell recherchierter und begründet beurteilender Information muss man sich als klassischer Anbieter heute in einem neuen Medium erst (wieder) erarbeiten. Denn: Nicht das Gefühl für Informationen, wohl aber das Gefühl für ihren Wert lässt nach“, erklärt Claudia Knoblauch, Projektleiterin bei der TNS Emnid Medienforschung.

TNS Emnid führte die Studie „Informationsverhalten 2.0“ im Juni 2009 durch und befragte vom 1. bis 28. Juni 2009 insgesamt 989 Deutsche ab 14 Jahren mit Internetzugang. Die Befragten wurden per Zufallsauswahl ausgewählt und in persönlichen Interviews befragt. Die Studie ist Teil der TNS Emnid-Themenreihe „Das Mediennutzungsverhalten der Deutschen“, in der TNS Emnid bereits verschiedenste Fragestellungen untersucht und veröffentlicht hat.

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