Wofür Deutsche im Internet zahlen würden

Das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen Lightspeed-Research erhebt zweimal pro Jahr die Studie Global Web Index. Dafür werden weltweit 16.000 Nutzer in 16 Ländern nach Web-Trends befragt. Die aktuelle Studie dreht sich um Paid Content. Es wurde abgefragt, wofür Nutzer im Internet Geld ausgeben würden. Ergebnis: Die Zahlungsbereitschaft ist erschreckend gering. Mit am wenigsten Geld online ausgeben wollen die Deutschen. Am ehesten zahlen würden Nutzer für Musik- und Film-Downloads sowie Live-Sport.

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Musik-, TV- oder Filmdownloads, die man dauerhaft behalten kann, erreichten in der Studie noch die höchste Zahlungsbereitschaft. Immerhin 31 Prozent der in Deutschland befragten Nutzer wären bereit, pro Film zu zahlen. In Frankreich, Italien, Holland, Russland, Spanien, Großbritannien und den USA schwankt die Zahlungsbereitschaft bei Filmdownloads zwischen 20 (Holland) und 36 (Großbritannien) Prozent. Bei Musik-Downloads ist die Zahlungsbereitschaft in Deutschland mit 43 Prozent sogar so hoch wie in keinem anderen untersuchten Land. Generell ist die Bereitschaft, für einzelne Musiktitel online zu zahlen aber über alle untersuchten Länder am höchsten sie schwankt zwischen 43 (Deutschland) und 24 (Spanien) Prozent.

Ebenfalls noch ganz gut Geld verlangen kann man offenbar für die Übertragung von Live-Sportereignissen online. 14 Prozent der Deutschen könnten sich vorstellen, dafür zu zahlen und sogar 22 Prozent der Italiener. Relativ gut ist die Zahlungsbereitschaft auch beiPremium-Webdienstleistungen (Deutschland: 17 Prozent), Blogging-Services (Deutschland: 16 Prozent).

Generell gilt: Nur bei Einzel-Transaktionen besteht überhaupt eine nennenswerte Zahlungsbereitschaft. Online-Abomodelle erreichten in allen untersuchten Ländern in allen Kategorien fast durchweg schlechte, einstellige Prozentwerte. Ausnahme: Russland bei der Kategorie Nachrichten. Laut der Studie sind stolze 35 Prozent der befragten Russen bereit, für Online-Nachrichten-Abos zu zahlen. Das mag aber an der besonderen und schwierigen Situation der Presse- und Meinungsfreiheit in Russland liegen. Unabhängige, kostenpflichtige Information genießt dort offenbar einen höheren Stellenwert als anderswo.

Diejenigen mit der geringsten Zahlungsbereitschaft sind laut der Studie die Holländer. In den meisten Kategorien sagten über 90 Prozent der befragten Niederländer, sie seien „gar nicht bereit zu zahlen, egal wie billig das Angebot ist“. Das gilt für News genauso wie für „Exklusive News Analysen“, Sport-Highlights, Live-Sport, Blogging-Services und werbefreie Angebote. Lediglich bei den Musik-Downloads ist mit 26 Prozent auch ein relativ großer Teil der befragten Holländer bereit, zu zahlen.

Für die Ambitionen zahlreicher Medienhäuser in Sachen Bezahl-Inhalte ist die Studie ein deutlicher Dämpfer. Die überwiegende Mehrheit der Online-Nutzer ist nicht bereit, für irgendetwas im Internet zu zahlen. Und wo eine gewisse Zahlungsbereitschaft besteht, gilt das noch lange nicht für Medien-Inhalte.

Das Online-Marktforschungsunternehmen Lightspeed Research wurde im Jahr 2000 gegründet und sitzt in New Jersey in den USA. Die Firma ist auch in in Europa und Asien tätig. Die Firma ist spezialisiert auf auf Online- und Branchenstudien, u.a. zurGesundheits-, Automobil- und Finanzindustrie. Im Jahr 2007 hat Lightspeed laut Wikipedia über 20 Mio. Online-Umfragen durchgeführt.

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