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„NY Times“: Abfindungsangebot an alle

Die "New York Times" will sich bis zum Jahresende von 100 Redakteuren trennen. Wie die Zeitung gestern berichtete, wird das Management in den nächsten Tagen allen 1.250 angestellten Journalisten ein Abfindungsangebot machen. Wenn weniger als die angepeilten acht Prozent des "newsroom staff" zugreifen, folgen betriebsbedingte Kündigungen. Die renommierteste Zeitung der Welt hatte zuletzt im Frühjahr 2008 100 Reporter-Stellen und im Frühjahr 2009 100 kaufmännische Jobs gestrichen.

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Die Krise der Print-Medien wird in diesen Tagen jedem Journalisten der „New York Times“ drastisch vor Augen geführt: Das Abfindungsangebot wird nach den Richtlinien der US-„Newspaper Guild“ drei Wochenlöhne pro Jahr der Betriebszugehörigkeit betragen; sie haben 45 Tage Zeit für die Entscheidung. Chefredakteur Bill Keller schrieb an die Mitarbeiter: „Wenn wir die 100 Vertragsauflösungen nicht erreichen, werden wir zu Entlassungen gezwungen sein. Ich hoffe, das wird nicht passieren, aber es ist möglich.“
Die „New York Times“ hatte vor den ersten Entlassungen 2008 mit 1330 Redakteuren einen historischen Höchststand erreicht, aktuell wird die Zahl mit 1250 angegeben. Ein zu Jahresbeginn vereinbarter Gehaltsverzicht in Höhe von fünf Prozent sollte eigentlich Kündigungen verhindern.
In den Kommentaren unter dem Blogeintrag von Medien-Redakteur Richard Perez-Pena entspann sich bald nach der Meldung eine leidenschaftliche Diskussion über die Situation der Zeitung und des Journalismus‘ überhaupt. Etliche Leser geben an, sie würden nur darauf warten, für die Inhalte des Blatts online zahlen zu dürfen.

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