6,5%-Abo-Minus für „FR“ & „Handelsblatt“

Die überregionalen Tageszeitungen verlieren, die Wochen- und Sonntagszeitungen gewinnen - So lassen sich die neuen IVW-Quartalsauflagen für diese beiden Segmente zusammenfassen. Bei den Tageszeitungen traf es besonders die "Frankfurter Rundschau" und das "Handelsblatt" hart: beide verloren in einem Jahr 6,5% ihrer Abonnenten. Bei den Wochenzeitungen heißen die größten Gewinner des Quartals "Die Zeit", "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und "der Freitag".

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„Die Zeit“ erreichte mit den 491.280 verkauften Exemplaren und einem Plus von 4,2% ihr bestes drittes Quartal seit 1993. Noch besser: Der Zuwachs ist echt, Bordexemplare und Sonstige Verkäufe waren sogar rückläufig. Besonders bei den Abonnenten konnte „Die Zeit“ sich über ein Plus von 5,4% freuen. Ähnlich das Bild bei der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: Sie gewann bei den Abos 3,1%, im Einzelverkauf 4,5% und insgesamt 3,3%. Mit 347.566 verkauften Exemplaren kommt sie der „Welt am Sonntag“ wieder ein Stück näher. Dort steht unter dem Strich zwar ebenfalls ein Plus, bei den Abos verlor man allerdings.

Am Ende der Wochenzeitungs-Tabelle legt „der Freitag“ weiterhin zu: Seit seinem Relaunch gewann er 50,8% hinzu, verkauft mit 17.964 Exemplaren aber weiterhin weit weniger als die Großen des Segments. Zudem hat vielen Alt-Abonnenten der Relaunch offenbar nicht gefallen: Hier rutschte die Auflage innerhalb des vergangenen Jahres sogar um 13,5% von 8.848 auf 7.650.

Bei den überregionalen Tageszeitungen ist vieles nicht so wie es scheint. Auf den ersten Blick haben drei Blätter zugelegt, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die „Financial Times Deutschland“ und „die tageszeitung“. Tatsächlich gewonnen hat aber nur die „taz“, denn nur hier hat sich die harte Auflage aus Abos und Einzelverkauf nach oben entwickelt. Die „F.A.Z.“ hat hingegen deutlich nachgeholfen: Mit 7.500 zusätzlichen Bordexemplaren glich man das Minus von 1,4% bei den Abos und 2,0% im Einzelverkauf aus. Ähnlich das Bild bei der „FTD“, wo das Abo-Minus 2,5% beträgt.

Genau andersherum sieht es bei der „Süddeutschen“ aus: Hier wurden 8.000 Bordexemplare abgebaut, ohne diese Maßnahme befände sich die Auflage nur ganz leicht im Minus und nicht bei den oberflächlich betrachteten 2,2%. Auch „Die Welt“ und „Welt kompakt“ bauten Bordexemplare ab, im Einzelverkauf gewann man sogar hinzu. Glimpflicher als in den vorigen Quartalen ist die „Bild“ davon gekommen: Sie verlor im vom Wahlkampf geprägten Quartal nur 1,1% im Vergleich zum Vorjahr.

Besonders heftig hat es diesmal die „Frankfurter Rundschau“ und das „Handelsblatt“ erwischt. Beide Zeitungen verloren in den vergangenen 12 Monaten 6,5% ihrer Abonnenten. Die „FR“ rutschte hier von 86.544 auf 80.880 herab, vor zehn Jahren hatte das Blatt noch 124.446 Abonnenten. Ganz leicht nach oben ging es immerhin im Einzelverkauf, wesentlich deutlicher gewachsen sind die Sonstigen Verkäufe und die Bordexemplare. Beim „Handelsblatt“ sieht es kurz vor dem Relaunch noch dramatischer aus: Von 88.050 Abonnenten blieben 82.374, im Einzelverkauf schrumpfte die Auflage sogar um 26,1% von 9.257 auf 6.841.

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