Nokia spürt den Atem des iPhones

Schwere Zeiten für den finnischen Marktführer: Nokia musste erstmals seit vielen Jahren wieder einen Quartalsverlust ausweisen. Und der fiel höchst unerwartet aus: Durch eine happige Abschreibung auf die Netzwerk-Tochter NSN rutschte der europäische Platzhirsch ins Minus. Noch schwerer wiegt jedoch eine andere Hiobsbotschaft: Im zukunftsträchtigen Smartphone-Markt verkaufte Nokia durch die harte Konkurrenz von Apple und RIM weniger Geräte und verlor Marktanteile.

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Schwere Zeiten für den finnischen Marktführer: Nokia musste erstmals seit vielen Jahren wieder einen Quartalsverlust ausweisen. Und der fiel höchst unerwartet aus: Durch eine happige Abschreibung auf die Netzwerk-Tochter NSN rutschte der europäische Platzhirsch ins Minus. Noch schwerer wiegt jedoch eine andere Hiobsbotschaft: Im zukunftsträchtigen Smartphone-Markt verkaufte Nokia durch die harte Konkurrenz von Apple und RIM weniger Geräte und verlor Marktanteile.

Doppelter Rückschlag für Branchenprimus Nokia: Aufgrund von Abschreibungen in Höhe von enormen 908 Millionen Euro auf die mit Siemens betriebene Netzwerktochter NSN musste der finnische Traditionskonzern heute einen Verlust für das dritte Quartal ausweisen. „Viele Investoren hatten die Lage bei NSN nicht derart düster eingeschätzt, daher ist die Abschreibung eine große Enttäuschung“, erklärte Jari Honko von der EQ Bank gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Statt des prognostizierten Gewinns von 9 Cent je Aktie fuhr Nokia tatsächlich einen Verlust von 15 Cent je Aktie oder 560 Millionen Euro ein. Zugleich brachen die Umsätze um 20 Prozent auf nur noch 9,8 Milliarden Euro ein, was aber immer noch leicht über den Analystenschätzungen lag. Börsianer reagierten mit großer Enttäuschung auf das Ergebnis: Die Nokia-Aktie fiel um mehr als 12 Prozent auf nur noch rund 9 Euro zurück.
Smartphones: Nokia verkauft weniger, Apple und RIM holen auf

Maßgeblichen Anteil daran hatte auch die schwache Entwicklung der Smartphones. Nokias Marktanteil auf dem Zukunftsmarkt gab im dritten Quartal überraschend deutlich von 41 auf 35 Prozent nach. Die Anzahl der verkauften Geräte ging gar erstmals zurück – nämlich von 16,9 Millionen auf 16,4 Millionen abgesetzter Smartphones.

Damit ist Nokia weiterhin unangefochtener Marktführer: RIM verkaufte im letzten Dreimonatszeitraum weltweit 8,3 Millionen Blackberrys, während Apple 5,2 Millionen iPhones Millionen absetzte. Doch die Tendenz ist klar: Die Herausforderer aus den USA wachsen weiter kräftig und rücken beständig näher – Analysten rechnen im abgelaufenen dritten Quartal bereits mit knapp acht Millionen verkauften iPhones. 

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