iPhone-Boom: Apple 2010 schon vor RIM?

Das Wachstum ist enorm: Binnen eines Jahres konnte Apple mit seinem iPhone den Marktanteil im hart umkämpften Smartphone-Markt von zwei auf 14 Prozent steigern. Bei einer 2010 sehr wahrscheinlichen Auflösung der Exklusivverträge könnte das iPhone seinen Marktanteil noch mal leicht verdoppeln, glauben Branchenexperten. Für den Softwareriesen Microsoft, der bisher im Smartphone-Markt überhaupt kein Land sieht, sehen Marktbeobachter indes nur noch eine Chance – die Übernahme von Platzhirsch RIM.

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Das Wachstum ist enorm: Binnen eines Jahres konnte mit Apple seinen weltweiten Marktanteil im hart umkämpften Smartphone-Markt von zwei auf 14 Prozent steigern. Bei einer 2010 sehr wahrscheinlichen Auflösung der Exklusivverträge könnte das iPhone seinen Marktanteil noch mal leicht verdoppeln, glauben Branchenexperten. Für den Softwareriesen Microsoft, der bisher im Smartphone-Markt überhaupt keine Land sieht, sehen Marktbeobachter indes nur noch eine Chance – die Übernahme von Platzhirsch RIM.

Knapp eine Woche noch müssen sich Apple-Aktionäre gedulden, dann dürfte der Technologiepionier erneut mit Rekordzahlen aufwarten: Am Montag nach Handelsschluss ist es so weit. Die Erwartungen sind enorm – und das nicht nur für das Gesamtergebnis, sondern vor allem für die Absätze des neuen Wachstumstreibers iPhone. Es ist schließlich das erste Quartal nach der Einführung des neuen Kassenschlagers 3G S.
Zur Erinnerung: Im letzten Jahr gelang es Apple im dritten Kalenderquartal erstmalig, mit knapp 7 Millionen iPhones mehr Smartphones in einem Dreimonatszeitraum zu verkaufen als Konkurrent RIM. Das Vorjahresergebnis sollte Apple wieder toppen können, glauben Branchenexperten, die zwischen Juni und September iPhone-Abverkäufe von 7 bis 8 Millionen Geräten prognostizieren. Doch reicht es auch für die Marktführerschaft im dritten Quartal? RIM hat gerade erst vorgelegt und im abgelaufenen Dreimonatszeitraum 8,3 Millionen Blackberrys verkauft.

Exklusiv-Verträge laufen aus: Wachablösung schon 2010?

Damit liegt der kanadische Blackberry-Hersteller in Nordamerika unangefochten an der Spitze. Stattliche 52 Prozent betrug der Marktanteil in den USA Ende des zweiten Quartals – im Vorjahr waren es aber noch 56 Prozent. Apple dagegen hat zu einer furiosen Aufholjagd angesetzt: Aus 7 Prozent wurden 23 – und das unter Berücksichtigung von gerade mal den ersten elf Verkaufstagen des iPhone 3G S. Es braucht also nicht viel Fantasie, um vorauszusagen, dass sich der Abstand im dritten Quartal weiter verringert hat.

Dass im nächsten Jahr sogar bereits eine Wachablösung möglich erscheint, ist einem anderen Umstand geschuldet. Bisher hat sich Apple bekanntermaßen beim Vertrieb in den großen westlichen Absatzmärkten an einen Exklusiv-Partner gebunden: AT&T in den USA, T-Mobile in Deutschland, O2 in Großbritannien, Orange in Frankreich.

Analysten heben Schätzungen an

Im nächsten Jahr jedoch dürften die Verträge auslaufen – zumindest über das Ende der exklusiven Partnerschaft mit AT&T, die sich für den Dow Jones-Konzern bisher kaum gerechnet haben soll, wird bereits wild spekuliert. „Wir glauben, dass Apple AT&T nächstes Jahr abserviert und seine Geräte auch bei anderen US-Mobilfunkbetreibern – besonders bei Verizon Wireless – verkauft“, legt sich das Technologieportal „Alley Insider“ fest.

Im Umkehrschluss bedeutet dies: Apple würde im Handumdrehen seinen Absatzmarkt vervielfachen können. Morgan Stanley-Analyst Kathryn Huberty sieht für ein solches Szenario „leicht eine Verdopplung“ der verkauften Geräte voraus. Entsprechend passte Huberty wie so viele Analysten zuletzt ihre Schätzungen für das nächste Jahr an – und zwar deutlich nach oben. So rechnet Morgan Stanley weltweit nunmehr mit 41,7 Millionen verkauften iPhones im nächsten Jahr.
Schlägt Microsoft bei RIM zu?
Damit würde nicht nur Platzhirsch Research in Motion immer mehr in Bedrängnis kommen, sondern auch ein Player ganz anderer Dimensionen, der den Smartphone-Markt mit Windows Mobile lange vor Apple betreten hat, aber bis heute einfach keinen Fuß in Tür bekommt – Microsoft. Entsprechend hält die Fachwelt seit Jahren eine Allianz für logisch: Wenn der Softwareriese auf dem mobilen Marktplatz der Zukunft noch mitspielen will, muss Microsoft irgendwann RIM kaufen, so der Tenor.
Diese Forderung erneuerte der frühere Staranalyst Henry Blodget am Wochenende beim Finanzinformationssender Bloomberg: „Das sollte Microsoft wirklich tun. Es wäre zwar teuer, aber es wäre smart.“ Der Zeitpunkt für eine etwas günstigere Lösung wäre immerhin da: Die RIM-Aktie musste gerade erst nach Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen einen Einbruch von 20 Prozent verkraften.

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