Anzeige

Internetaktien: Hohe Hürden bei Q3-Bilanz

Es ist angerichtet: Nach Monaten im Rallye-Modus stürmen vor allem die zuletzt ziemlich heiß gelaufenen Technologie- und Internetaktien mit Volldampf in die nächste Woche beginnende Quartalssaison. Die Rahmenbedingungen dafür sind nicht ungefährlich, denn die Erwartungshaltung ist inzwischen turmhoch – gestern erst empfahl eine Investment-Boutique, Google-Aktien vor der Veröffentlichung der Quartalsbilanz zu kaufen. Doch wehe, das Zahlenwerk enttäuscht...

Anzeige

Es ist angerichtet: Nach Monaten im Rallye-Modus stürmen vor allem die zuletzt ziemlich heiß gelaufenen Technologie- und Internetaktien mit Volldampf in die nächste Woche beginnende Quartalssaison. Die Rahmenbedingungen dafür sind nicht ungefährlich, denn die Erwartungshaltung ist inzwischen turmhoch – gestern erst empfahl eine Investment-Boutique, Google-Aktien vor der Veröffentlichung der Quartalsbilanz zu kaufen. Doch wehe, das Zahlenwerk enttäuscht…
Der Anfang ist gemacht: Aluminium-Hersteller Alcoa verkündete gestern nach Handelsschluss an der Wall Street eine besser als erwartet ausgefallene Quartalsbilanz. Man „halte sich wacker im Sturm“, erklärte Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld.

Die Erwartungshaltung an der Wall Street geht dann auch in eine eindeutige Richtung: Wenn ein Old Economy-Unternehmen wie Aloca, das ein Jahr lang Verluste schrieb, wieder in die Gewinnzone zurückkehren konnte – dann sollten die Dinge für Wachstumsfavoriten aus dem Technologie- und Internetsektor noch um einiges besser laufen.
Die Einschätzung wird von Anlegern allerdings bereits seit Wochen, wenn nicht Monaten vorweggenommen. Die Kurse steigen seit sieben Monaten in die Höhe, als sei der nächste Boom nach der Finanzkrise bereits ausgemacht. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Analysten die Euphorie mit immer aggressiveren Schätzungen und Kurszielen befeuern.

Google: Oppenheimer hebt die Erwartungen an

Wie etwa bei Google. Das wertvollste Internet-Unternehmen der Welt legte gestern um mehr als vier Prozent auf 518 Dollar zu – das ist der höchste Stand des Jahres. Grund für den Kurssprung: Positive Kommentare von Eric Schmidt.
Der Google-CEO hatte gestern in einem Pressegespräch erklärt: „Das Schlimmste liegt hinter uns“. Google rechnet mit einer anspringenden Konjunktur in den USA und Europa – und damit verbunden mit einem Anziehen des Werbemarktes. Das Unternehmen werde deshalb wieder mehr Mitarbeiter einstellen und Übernahmen suchen.

Minenfeld Quartalsbilanz: Leichte Verfehlung, große Wirkung

Entsprechend gut müssen also die Geschäfte laufen. Der Durchschnitt der befragten Analysten rechnet bei Vorlage der Quartalsergebnisse in einer Woche mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 5,36 Dollar. Nicht so der Vermögensverwalter Oppenheimer & Co, der seine Schätzungen von 5,46 nunmehr auf 5,68 Dollar je Aktie angehoben – und damit den heutigen Kurssprung maßgeblich befeuert hat. Auch Wall Street-Veteran James Cramer schwenkt ein: „Ich wäre ein Käufer der Aktie, nachdem sie ein neues 52-Wochen-Hoch aufgestellt hat. Schmidt signalisiert mit seinen Kommentaren, dass die Zahlen besser ausfallen als erwartet.“
Gleichzeitig sieht Cramer die Gefahren immer höherer Erwartungen: „Technologie-Aktien sind überhitzt“, erklärte der Gründer des Finanzinformationsdienstes TheStreet.com zu Handelsschluss mit Blick auf die jüngste Kursentwicklung bei Google, Apple und Amazon. „Es ist beinahe wie in den alten Tagen“. Hilfreich wäre nach Cramers Ansicht eine Verschnaufpause, um neue Anleger in die Werte hineinkommen zu lassen.
Ob die kommende Quartalssaison dazu Gelegenheit bietet, können Aktionäre bereits in der kommenden Woche herausfinden, wenn Google den Auftakt macht. In den darauffolgenden Tagen legen Apple, Yahoo, eBay und Amazon ihr neues Zahlenwerk vor. Doch Anleger sollten gewarnt sein: Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass Blackberry-Hersteller Research in Motion nach einer leichten Enttäuschung bei Bilanzvorlage von der Börse gnadenlos abgestraft wurde – die Aktie verlor darauf fast 25 Prozent an Wert.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige