‚BusinessWeek‘ für ‚Peanuts‘ an Bloomberg

Der Poker ist entschieden: Nach monatelangen Spekulationen geht das renommierte US-Wirtschaftsmagazin "BusinessWeek" an den Finanzinformationsdienstleister Bloomberg. Der Kaufpreis des einstigen Flaggschiffs von McGraw-Hill soll lediglich zwei bis fünf Millionen Dollar betragen, berichtet die "BusinessWeek" selbst. Allerdings wird Bloomberg auch für einen Teil der Verbindlichkeiten aufkommen. Dem 80 Jahre alten Traditionswirtschaftstitel hatte die Finanzkrise besonders zu schaffen gemacht.

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Nach wochenlanger Übernahme-Berichterstattung ist der Hammer für die altehrwürdige „BusinessWeek“ nun selbst gefallen. Das US-Traditionswirtschaftsmagazin, das sich im Sommer selbst zum Verkauf gestellt hatte, geht für den Kaufpreis von nur zwei bis fünf Millionen Dollar an den Finanzinformationsdienstleister Bloomberg L.P. Das vom heutigen New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg 1981 gegründete Unternehmen kommt allerdings auch für einen Teil der Verbindlichkeiten auf.

„Die ‚BusinessWeek‘ wird eine kraftvolle Ergänzung unseres Portfolios sein“, erklärte Bloomberg-Chairman Peter T. Grauer. „BusinessWeek ist eine der meistgeachteten und geschätzten Nachrichtenquellen in der Wirtschaftswelt“, adelte Grauer seinen Neuzugang. Man wolle die Marke nicht demontieren, sondern vielmehr neu aufbauen, erklärte der Bloomberg-Chef.

„Blooomberg BusinessWeek“ entsteht

Erste Amtshandlung des neuen Eigentümers dürfte allerdings eine Namensumbenennung sein: Das US-Wirtschaftsmagazin soll künftig „Blooomberg Businessweek“ heißen, berichtet die „New York Times“.
Der US-Verlag McGraw-Hill hatte im Juli die Investment Bank Evercore Partners mit dem Verkauf des 80 Jahre alten Traditionswirtschaftstitels beauftragt. Vorausgegangen war eine Serie von immer härteren Einbrüchen im US-Werbemarkt, der bei „BusinessWeek“ allein im zweiten Quartal zu Einbußen im Anzeigengeschäft von mehr als 30 Prozent geführt hatte.

Die Krise auf dem US-Zeitschriftenmarkt hatte sich in den vergangenen Monaten immer weiter verschäft: Erst vor wenigen Tagen hatte Konkurrent Condé Nast die Einstellung von gleich vier Titel angekündigt, nachdem im Mai bereits das Prestigeobjekt „Portfolio“ beerdigt wurde.

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