VZ-Netze bringen Springer 1 Mio. Web-Leser

Soziale Netzwerke verändern die Verbreitung von Content. Mit ihrer Hilfe können Medienunternehmen ihre Produkte aktiv zu den Nutzern bringen, statt wie bisher passiv auf das Ansurfen der Leser zu warten. Eine Comscore-Studie für die "FAZ" nennt jetzt erstmals konkrete Zahlen für Deutschland und belegt, wie journalistische Web-Angebote tatsächlich von sozialen Netzwerken profitieren. Die wichtigsten Ergebnisse: Facebook-Nutzer gehen zu Bild.de, während Twitter am vor allem den Angeboten von Holtzbrinck nützt.

Anzeige

Wie der „FAZ“-Internetexperte Holger Schmidt ausführt, bringt Google den Seiten von Medienunternehmen weiterhin etwa 50 Prozent ihrer Nutzer und ist damit immer noch die bedeutendste Kundenquelle im Internet. Der Anteil von Facebook, Twitter, Xing oder den „VZ“-Netzen steigt aber beständig. Nach den Comscore-Zahlen gelangten im August etwa 356.000 Nutzer von Facebook direkt zu Bild.de, gefolgt von Spiegel Online mit 112.000 Lesern.

Ein auffälliges Phänomen zeigt sich bei den Webseiten der Verlagsgruppe Holtzbrinck, die bei Twitter und Xing an der Spitze der Nutznießer stehen. Bei den hauseigenen VZ-Netzwerken (StudiVZ, SchülerVZ, MeinVZ) dagegen gehen die mit Abstand meisten Nutzer zu Springer-Angeboten (1.081.000), gefolgt von Burda (441.000), während Holtzbrinck-Seiten selbst weit abgeschlagen (76.000) rangieren.

Merkwürdigerweise listet die Comscore-Studie im Fall von Facebook als Zieladressen einzelne Portale von Medienunternehmen auf, für die anderen Web2.0-Services aber Besucherzahlen für ganze Verlagsgruppen. Die Untersuchung gibt auch keinen Aufschluss darüber, ob die Nutzer über einen Link auf einer Netzwerk-Seite zu dem journalistischen Angebot kamen oder selbst eine url im Browser eingegeben haben.

Mehr Zahlen in einer Grafik zeigt die „FAZ“ in ihrer Dienstags-Printausgabe („Netzwirtschaft“, Seite 17).

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige