Hans-Bausch-Mediapreis für Stefan Niggemeier

Der vom Südwestrundfunk (SWR) jährlich verliehene Hans-Bausch-Mediapreis geht in diesem Jahr an den Journalisten Stefan Niggemeier. Er "überführt die journalistischen Tugenden der 'alten' Medien in das neue Medium Internet und trägt wesentlich zur Etablierung journalistischer Standards im Netz bei", so die Jury.

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Die Jury, zu der Vertreter aus Politik, Medien und Wissenschaft gehören, habe einstimmig votiert, so der SWR. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird am 18. November verliehen, eine 45-minütige Aufzeichnung der Veranstaltung strahlt das SWR Fernsehen am 22. November um 23.35 Uhr aus. Die Laudatio auf Niggemeier hält der „Cicero“-Chefredakteur Wolfram Weimer, moderiert wird die Verleihung von Gabi Bauer. Der Hans-Bausch-Mediapreis wird seit 1983 verliehen, zu den bisherigen Preisträgern gehörten u.a. Frank Schirrmacher, Elke Heidenreich, Janosch und Harald Schmidt.

Die ausführliche Begründung der Jury liest sich wie folgt: „Stefan Niggemeier ist gelernter Zeitungsjournalist, beherrscht aber auch die Publikationsformen im Internet virtuos. Als Medienkritiker stellt er hohe Ansprüche an die Medien, über die er schreibt. Er stellt diese Ansprüche aber genauso an sich selbst und überträgt sie so auf das Medium, in dem er schreibt. Damit überführt er die journalistischen Tugenden der ‚alten‘ Medien in das neue Medium Internet und trägt wesentlich zur Etablierung journalistischer Standards im Netz bei. Er richtet sich nach den Tugenden, die für jeden Journalisten gelten – egal ob er für Zeitung, Radio, Fernsehen oder das Internet arbeitet: Er prüft die Fakten, auch dort, wo sie von anderen vielleicht ungeprüft übernommen wurden. Er recherchiert gründlich und wahrt Distanz. Er lässt im Sinne des Grundsatzes ‚audiatur et altera pars‘ auch die Gegenseite zu Wort kommen. Und er bildet sein Kritikerurteil nicht nach dem eigenen Geschmack, sondern sieht sich – ganz im Sinne der öffentlichen Aufgabe von Journalisten – als Dienstleister seiner Leserschaft. Dieses Urteil ist dabei oft scharfzüngig formuliert – aber stets detailliert begründet und getragen von einem hohen journalistischen Ethos.“

Niggemeier, der in diesem Jahr 40 wird, arbeitete als Medienjournalist u.a. für die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, wo er immer noch eine wöchentliche Kolumne schreibt. Er ist Mitbegründer des „Bildblogs“ und bloggt zudem u.a. unter stefan-niggemeier.de, sowie ab und zu im „Fernsehlexikon„-Blog und dem F.A.Z.net-„Fernsehblog„. Der Hans-Bausch-Mediapreis ist nicht Niggemeiers erste Auszeichnung, er erhielt u.a. 2005 und 2007 zwei Grimme Online Awards.

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