Ebeling: „Auch ohne SBS lebensfähig“

Es ist die Erfolgsgeschichte des Jahres: Der Münchner Medienkonzern ProSiebenSat.1 feiert an der Börse ein einzigartiges Comeback. Im Anlegermagazin "Euro am Sonntag" erklärte Konzernchef Thomas Ebeling am Wochenende aber nicht nur die vermeintlichen Geheimnisse seines Erfolgs. Der frühere Novartis-Manager ließ auch durchblicken, dass die schwedische Tochtergesellschaft SBS zum Überleben nicht notwendig sei. Spekulationen über einen möglichen Verkauf erhalten damit neue Nahrung.

Anzeige

Es ist die Erfolgsgeschichte des Jahres: Der Münchner Medienkonzern ProSiebenSat.1 feiert an der Börse ein einzigartiges Comeback. Im Anlegermagazin „Euro am Sonntag“ erklärte Konzernchef Thomas Ebeling am Wochenende aber nicht nur die vermeintlichen Geheimnisse seines Erfolgs. Der frühere Novartis-Manager ließ auch durchblicken, dass die schwedische Tochtergesellschaft SBS zum Überleben nicht notwendig sei. Spekulationen über einen möglichen Verkauf erhalten damit neue Nahrung.

Es war das bislang wohl angenehmste Gespräch seiner siebenmonatigen Amtszeit: ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling konnte dem Münchner Anlegermagazin „Euro am Sonntag“ als wahrer Kurskönig antworten. Eine Karriere wie diese hat es in der Börsengeschichte schließlich wohl auch noch nie gegeben: Kaum übernimmt der frühere Novartis-Manager den Vorstand des strauchelnden TV-Konzerns, beginnen die Kurse zu fliegen. Unfassbare 700 Prozent Plus in sieben Monaten kann der seit März amtierende Vorstandschef  inzwischen vorweisen.
„Aktienkurse haben ihre eigenen Gesetze“, erklärt der 50-Jährige mit einigem Understatement, wohl wissend, dass ein Run von 1 auf 8 Euro kaum wiederholbar ist. „Aber man sieht wohl, dass wir offensichtlich einiges richtig gemacht haben.“
Umzug nach München war Schlüssel zum Erfolg
Dazu zählt in erster Linie der Umzug aller Senderteile bis auf den Nachrichtenkanal N24 nach München: „Wir wollen die gemeinsame Kultur stärken“, erklärt Ebeling noch einmal die Hintergründe. „Alle Entertainmentsender sind jetzt an einem Ort. Wir haben es so zum Beispiel geschafft, die Kannibalisierung unter den Sendern zu minimieren.“

Die zuletzt starken Quartalszahlen mit deutlich höheren Gewinn als erwartet geben Ebeling recht. „Wir haben die Kosten gesenkt und unser Vermarktungsmodell, das uns 2008 große Schwierigkeiten bereitet hat, in den Griff bekommen.“ Dennoch bleibt der ProSiebenSat.1-Vorstand skeptisch für den Gesamtmarkt: „Wir gehen weiter davon aus, dass der TV-Werbemarkt 2009 um zwölf bis 16 Prozent zurückgeht.“
Back to the Basics? „Im Kern ist Fernsehen ein lokales Geschäft“
Diese Einschätzung ist Konsens und keine Neuigkeit. Wesentlich interessanter ist jedoch, was Ebeling zur weiteren Unternehmensentwicklung sagt – oder nicht sagt. Sein Bekenntnis zu schwedischen Sendergruppe SBS, durch deren völlig überteuerte Übernahme ProSiebenSat.1 bis heute eine immense Schuldenlast von 3,4 Milliarden Euro zu tragen hat, fällt zaghaft aus.

„Gerade jetzt ist eine europäische Basis ein großer Vorteil“, lobt Ebeling die Tochter, um sie dann im nächsten Atemzug aber für nicht mehr unverzichtbar zu erklären, „aber die deutsche ProSiebenSat.1-Gruppe war und ist auch allein absolut überlebensfähig.“ Zuvor erklärte der gebürtige Hannoveraner gar: „Im Kern ist Fernsehen ein lokales Geschäft. Mir ist wichtiger, dass wir in jedem Land eine gute Position haben und breit diversifiziert sind, als in möglichst vielen Ländern schwach aufgestellt zu sein. „

Ein Treuebekenntnis hört sich anders an. Die Übernahmephantasie der schwedischen Senderkette – und damit gleichzeitig ein erheblicher Schuldenabbau – hat damit neue Nahrung erhalten.
 

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige