PR-Verband gegen Blog-Schleichwerbung

Die USA als Vorbild: Wie in den Staaten fordert nun auch Alexander Güttler, Präsident der Gesellschaft Public Relations Agenturen, einen Verhaltenkodex, der Blogs dazu zwingt, offenzulegen, wenn sie gesponsorte Produkt-Rezensionen verfassen. Doch diese Idee geht an den Realitäten vorbei. Die wenigsten einheimischen Blogger verfassen verdeckte Schleichwerbe-Einträge. Viel eher müssten professionelle Journalisten angehalten werden, transparenter mit Testgeräten oder Pressereisen umzugehen.

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Die USA als Vorbild: Wie in den Staaten fordert nun auch Alexander Güttler, Präsident der Gesellschaft Public Relations Agenturen, einen Verhaltenkodex, der Blogs dazu zwingt, offenzulegen, wenn sie gesponsorte Produkt-Rezensionen verfassen. Doch diese Idee geht an den Realitäten vorbei. Die wenigsten einheimischen Blogger verfassen verdeckte Schleichwerbe-Einträge. Viel eher müssten professionelle Journalisten angehalten werden, transparenter mit Testgeräten oder Pressereisen umzugehen.

Gegenüber der „Wirtschaftswoche“ sagte Güttler, der neben seiner Verbandstätigkeit auch Mitglied der Beschwerdekammer Online im Deutschen Rat für PR ist, dass viele Blogs nicht mehr so unschuldig seien, wie sie daherkämen. „Wer von der Industrie gepampert wird, soll das zugeben.“
Der Funktionär fordert deshalb eine neue Standesorganisation, „die den Finger in die Wunde legt und negative Fälle mithilfe der Medien öffentlich macht.“ Vorbild sollte der Presserat für journalistischen Verfehlungen sein.
Viele Blogger und Experten unterstellen Güttler, sich auf Kosten von Blogs und eines gerade populären Themas profilieren zu wollen. Denn das Problem ist hierzulande – anders als in den USA – wenig existent. Zwar versuchen viele PR-Agenturen schon seit langem mit Bloggern ins Gespräch zu kommen und sie davon zu überzeugen über ihre Kunden und deren Produkte zu schreiben. Doch die meisten bekannten Blogger – und auf die kommt es an – verhalten sich seit jeher wenig kooperativ bzw. sie verhalten sich weitestgehend transparent. Heißt: Berichten sie über ein geschenktes oder geliehenes Produkt, dann geben sie auch zu, „gepampert“ worden zu sein.
Nicht alle Blogger sind transparent und ehrlich, das gibt auch Thomas Knüwer zu: „Es gibt käufliche Blogger, keine Frage. Aber jene Zicken, die nicht nach der Pfeife der PR-Leute tanzen sind noch immer häufiger. Häufiger auch als bei Journalisten.“ Weiter schreibt der ehemalige „Handelsblatt“-Reporter: „Die lassen sich kostengünstig in der Gruppe einladen, die kennt der PR-Mann seit Jahren, und sie meinen auch nicht betonen zu müssen, dass die Wirtschaft ihnen Geschenke unterbreitet hat. Wann haben Sie das letzte Mal einen Komplettverriss eines Hotels oder eines deutschen Autos gelesen?“
Mit dieser Argumentationskette hat Knüwer recht. Wenn die Gesellschaft Public Relations Agenturen bessere Regeln für schleichwerbende Blogs fordert, so muss sich der Verband gleichzeitig auch für klarere Regeln beim Umgang von PR-Agenturen und Journalisten einsetzten.

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