Bitkom-Studie: Nur 16 Prozent wollen zahlen

Nur jeder sechste deutsche Online-Nutzer ist bereit, für journalistische Inhalte im Netz zu zahlen, und dann auch nur 10 Cent pro Artikel: Das ist das Ergebnis einer Forsa-Studie mit 1000 Befragten im Auftrag des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). "Bislang gibt es kaum eine Zahlungsbereitschaft für Nachrichten, Berichte und Reportagen im Internet" kommentierte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. "Die Anbieter sind gefordert, mit intelligenten Geschäftsmodellen dazu beizutragen, dass auch im Internet nach und nach eine Bezahl-Kultur heranwächst."

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Der deutsche Branchenverband für alles Digitale hat mit dieser Studie die Reihe von Untersuchungen rund um den Globus verlängert, die – abhängig von der Fragestellung – Resultate zeigen, die mehr oder minder niederschmetternd für die Bezahl-Pläne der Verlage sind. Die Aussagekraft solcher Erhebungen wird von Verlagsmanagern allerdings gern bezweifelt; immerhin gibt es einige Beispiele, wie hochwertige und exklusive Inhalte erfolgreich verkauft werden.
 
Andererseits sind auch die Werbeeinnahmen steigend. Nach Bitkom-Berechnungen soll der Online-Werbemarkt 2009 erstmals die Marke von 1,5 Milliarden Euro überschreiten. Berg: „Es sollte aber gelingen, auch im Internet durch den Verkauf einzelner Artikel, von Dossiers oder über Flatrates kostenpflichtige Angebote zu etablieren und damit gerade für den Qualitätsjournalismus ein zweites finanzielles Standbein aufzubauen.“
 
Nach der Forsa-Studie ist die Zahlungsbereitschaft stark vom Bildungsstand abhängig: Unter Nutzern mit Hauptschulabschluss zeigen sich nur fünf Prozent zum Zahlen geneigt,  mit Abitur sind es schon 27 Prozent. Zudem sind die Jüngeren – nämlich 19 Prozent der 18- bis 29-Jährigen – zahlungswillig. Berg erklärt das so: „Für viele Jüngere ist das Zahlen von Kleinbeträgen im Internet absolut normal. Sie laden sich schon jetzt kostenpflichtige Musik oder Zusatzprogramme fürs Mobiltelefon herunter.“

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