Murdoch attackiert „Content-Kleptomanen“

Rupert Murdoch hat auf dem World Media Summit in Peking einen dramatischen Appell an die Produzenten journalistischer Inhalte gerichtet. Werden Internet-Services für Content nicht bald zur Kasse gebeten, sterben die Verlage. "Wenn wir nicht vom derzeitigen Trend zu Paid Content profitieren, dann werden die Hersteller der Inhalte untergehen und die Content-Kleptomanen werden triumphieren", sagte der News Corp.-Chef laut AP. Gleichzeitig forderte er von der chinesischen Regierung, ihre "digitale Pforte" zu öffnen.

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Die Produzenten von Content müssten verstehen, dass die „kulturlose Phase“ in der Entwicklung des Internet ihrem Ende zugehe, erklärte Murdoch. Konsumenten würden in naher Zukunft Qualitätsinhalte nicht mehr kostenlos erhalten. Und auch „die Aggregatoren und Plagiatoren werden schon bald dafür bezahlen müssen, wenn sie unsere Inhalte übernehmen.“

Unterstützung für seinen verbalen Feldzug erhielt Murdoch vom Chef der Associated Press (AP), Tom Curley. Web-Services wie Wikipedia, YouTube und Facebook „verdrängen die Websites traditioneller Nachrichtenverlage“, sagte Curley. „Wir, die die Inhalte herstellen, müssen schnell und entschieden handeln, um die Kontrolle über diese Inhalte zurückzuholen.“

Auf derselben Veranstaltung appellierte Murdoch an die chinesische Regierung, die „digitale Pforte“ zu öffnen. Urheberrechtsverletzungen behinderten das Wachstum der chinesischen Medienunternehmen. Außerdem könne ein freier Wettbewerb sie gegen die Härten des internationalen Markts wappnen.

„Die Teilhabe am Digitalzeitalter ist für China heute so lebenswichtig wie die Entscheidung vor dreißig Jahren, seinen Platz in der Weltwirtschaft einzunehmen“, erklärte Murdoch. „Damals ging es um die Politik der sogenannten ‚offene Pforte‘ – China hat nun die Chance, seine digitale Pforte zu öffnen.“

Der World Media Summit wird vom 8. bis 10. Oktober 2009 in Peking von der staatlichen Nachrichtenagentur Xinghua und acht weiteren ausländischen Medienorganisationen veranstaltet. An der Tagung nehmen rund 300 Vertreter von mehr als 170 Medienunternehmen teil, um den Wandel und die Herausforderungen der Branche zu diskutieren.

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