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„Verzweifelte Heiterkeit“ über „Brigitte“

Alfons Kaiser, langjähriger Prêt-à-porter-Experte der "FAZ", hat am Rande der Pariser Schauen überwiegend empörte Reaktionen auf den "Brigitte"-Vorstoß gesammelt, künftig "normale" Frauen statt Mager-Models zu zeigen. Die Entsandten der "wirklich wichtigen" Hefte - wie "Elle", "Vogue", "Instyle" - würden mit "verzweifelter Heiterkeit" reagieren, während es "Brigitte"-Mitarbeiterinnen nicht mal in die erste Reihe schafften.

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Eine anonyme Münchner Redakteurin äußert sich so: „Selbst wenn man normale Frauen für die Modestrecken in den Heften nutzen wollte – es ginge einfach nicht.“ Nach der kenntnisreichen Analyse Kaisers muss „Brigitte“ auf „mittelmodische deutsche Marken wie Orwell oder Luisa Cerano“ setzen, wo „eine Größe 38 wirklich noch eine Größe 38“ sei. Die Pariser Designerstücke, die eine Idee knapper ausfallen, bekäme die Hamburger Redaktion auch gar nicht zugeschickt: Schließlich werde das Magazin „in Paris als Frauenzeitschrift und nicht als Modemagazin wahrgenommen“.
Annette Weber, Chefredakteurin von „Instyle“, äußert sich in der „FAZ“ wenig schonend über die anderswo viel beklatschte Aktion der Chefredakteure Lebert und Huber: „Ich möchte Mode nicht an Dicken sehen.“ Sie wolle träumen dürfen, „Realität habe ich zu Hause genug.“
Das sieht Alfons Kaiser, der ansonsten Leiter des vermischten Ressorts „Deutschland und die Welt“ ist, offenbar ähnlich: Designermode aus Mailand oder Paris ist auch in seiner ästhetischen Perspektive „brutal schmal“, was sie aber „gleichzeitig so begehrenswert erscheinen lässt“.

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