Twitter-Gerüchte: Börsengang oder Verkauf?

Dass Twitter sich Ende der vergangenen Woche frisches Kapital in Höhe von 100 Millionen Dollar sichern konnte, ist bekannt. Nun wurde ein weiterer, bisher nicht genannter Geldgeber veröffentlicht. 10 Prozent des Kapitals stammen nämlich von der renommierten Ex-Investmentbank Morgan Stanley. US-Medien deuten dies als Zeichen, dass ein Börsengang näher rücken könnte – und sich die Wall Street-Institution die Konsortialführung auf diesem Weg sichern wollte.

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Dass Twitter sich Ende der vergangenen Woche frisches Kapital in Höhe von 100 Millionen Dollar sichern konnte, ist bekannt. Nun wurde ein weiterer, bis nicht genannter Geldgeber veröffentlicht. 10 Prozent des Kapitals stammen nämlich von der renommierten Ex-Investmentbank Morgan Stanley. US-Medien deuten dies als Zeichen, dass ein Börsengang näher rücken könnte – und sich die Wall Street-Institution die Konsortialführung auf diesem Weg sichern wollte.
Bemerkenswerte Geheimniskrämerei um ein klangvollen Investor. Dabei ist das strategische Engagement einer Wall Street-Institution in ein aufstrebendes Start-up nichts Ungewöhnliches. Morgan Stanleys 10-Millionen-Investment im Rahmen der jüngsten Finanzierungsrunde kommt jedoch mit einem gewissen Beigeschmack daher.

Am vergangenen Freitag verkündete Twitter nämlich: „Gestern haben wir eine bedeutende Finanzierungsrunde mit Investmentfirmen abgeschlossen, denen wir öffentlich danken möchten: Insight Venture Partners, T. Rowe Price, Institutional Venture Partners, Spark Capital and Benchmark Capital.“
„Seltsam, dass ein Investment aus dem Herzen der Wall Street nicht bekannt gemacht wird“

Kein Dank ging jedoch an Morgan Stanley – zunächst. Das überrascht – und zwar in zweifacher Hinsicht: Warum fehlt der Name eines Investors, der immerhin 10 Prozent der Finanzierung einbringt? Und warum, wenn er unter den Geldgebern der renommierteste ist und einem Ritterschlag für den Social Media-Überflieger, der immer noch kein Geld verdient, gleichkommt?
„Es ist seltsam, dass Twitter ein Investment aus dem Herzen der Wall Street nicht bekannt macht, dass das Vertrauen in das Internet-Startup signalisiert“, wunderte sich zunächst auch das renommierte „Wall Street Journal“. Wenig später tauchte dann auch die 74 Jahre alte US-Bankinstitution in Twitters Blogeintrag zur Finanzierungsrunde auf – jedoch etwas lustlos an letzter Stelle, schlicht ergänzt mit „and Morgan Stanley“, wobei die US-Bank normalerweise alphabetisch nicht an die letzte Stelle Auflistung gestanden hätte.

„Morgan Stanley hat sich gerade das Twitter-IPO gekauft!“

Warum also die halbherzige Verschleierung? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil Morgan Stanley, vielleicht aber auch Twitter kein besonderes Interesse an der Bekanntmachung gehabt haben mögen. Und das mit gutem Grund, ist das 10-Millionen-Investment doch ziemlich enthüllend, wie es das Technologieportal „Alley Insider“ etwas reißerisch auf den Punkt bringt: „Das bedeutet, dass sich Morgan Stanley gerade das Twitter-IPO gekauft hat“, titelte Henry Blodgets Techportal.

Der frühere Staranalyst von Internetaktien bei Merrill Lnych kennt die Regeln des Geschäfts: Ein Investment in ein Start-up in dieser Höhe gilt als Eintrittkarte in die Konsortialführung auf dem Weg an die Börse. In internen Strategiepapieren, die vor zwei Monaten im Internet publik wurden, äußerte sich Twitter bereits sehr deutlich: Paul Chamberlin von Morgan Stanley habe sich schon mit den IPOs von Google und Doubleclick verdient gemacht.
Noch enthüllender ist, was Twitter über die angestrebte Beziehung zur Morgan Stanley schreibt: Man soll für „ein oder einhalb Jahre“ verbunden sein und dann mit Morgan Stanley „die Transaktion“ anstreben. Im Klartext: Börsengang im nächsten Jahr oder ein Verkauf. Nach dem Anspringen des IPO-Marktes in den letzten Monaten erscheint die Option einer Neuemission wohl ungleich lukrativer.

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