Literatur-Nobelpreis für Deutsche Herta Müller

Der Nobelpreis für Literatur geht 2009 zum ersten Mal seit zehn Jahren nach Deutschland. Die Schriftstellerin Herta Müller überzeugte die Schwedische Akademie. Sie habe "mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit gezeichnet", so die Akademie in der am Donnerstagmittag bekannt gegebenen Entscheidung. Müller wurde 1953 in Nitzkydorf, Rumänien, geboren und kam 1987 mit ihrem damaligen Ehemann nach Deutschland. Sie wohnt in Berlin.

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Müller verarbeitet in ihren Werke ihre Erlebnisse von Fremdheit und politischer Verfolgung. Ihr erstes Buch „Niederungen“ erschien 1982 in Rumänien nur in zensierter Fassung, Müller hatte sich zuvor geweigert mit dem rumänischen Geheimdienst Securitate zusammenzuarbeiten. Nach ihrem Umzug nach Deutschland gehörte sie u.a. zum P.E.N.-Zentrum Deutschland und erhielt eine Reihe von Lehraufträgen. 2005 war sie Heiner-Müller-Gastprofessorin an der Freien Universität Berlin. Müller ist zudem Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Ihr neuester Roman „Atemschaukel“, in dem es um einen Mann auf dem Weg in ein russisches Deportationslager geht, war 2009 für den deutschen Buchpreis nominiert.

Herta Müller ist erst die zwölfte Frau, der der wichtige Preis verliehen wird. Zum 13. Mal wird ein deutschsprachiger Autor geehrt. Zuletzt gelang das der Österreicherin Elfriede Jelinek im Jahr 2004, letzter deutscher Gewinner war im Jahr 1999 Günter Grass. Der mit rund einer Million Euro dotierte Preis wird am 10. Dezember in Stockholm verliehen.

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