Kurssprung: Steht Xing vor Übernahme?

Die Gerüchte halten sich seit einem Monat hartnäckig, jetzt sprechen weitere Indizien dafür: Die Hamburger Xing AG könnte kurz vor der Übernahme stehen. Vor allem die auffälligen Bewegungen an der Börse sind erfahrungsgemäß ein Anzeichen für eine Neuregelung der Gesellschafterstruktur. Die Aktie notiert mit 37 Euro derzeit auf einem Jahreshoch, und der Handel mit Xing-Papieren stieg vor allem in den letzten beiden Wochen sprunghaft an. Als möglicher Käufer gilt das US-Netzwerk LinkedIn.

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Die Gerüchte halten sich seit einem Monat hartnäckig, jetzt sprechen weitere Indizien dafür: Die Hamburger Xing AG könnte kurz vor der Übernahme stehen. Vor allem die auffälligen Bewegungen an der Börse sind erfahrungsgemäß ein Anzeichen für eine Neuregelung der Gesellschafterstruktur. Die Aktie notiert mit 37 Euro derzeit auf einem Jahreshoch, und der Handel mit Xing-Papieren stieg vor allem in den letzten beiden Wochen sprunghaft an. Als möglicher Käufer gilt das US-Netzwerk LinkedIn.

Fünf Wochen ist es her, als Xing zum Thema für „TechCrunch“ wurde. Am 1. September heizte die Europa-Ausgabe des führenden US-Technologieportals die Spekulationen an, der weitaus größere amerikanische Rivale LinkedIn könnte vor einem Zukauf stehen. Grund dafür sollten auffällige Kursbewegungen sein, die Redakteur Mike Butcher im August ausgemacht haben wollte.

Diese Einschätzungen waren so interessant wie bemerkenswert – nur eines waren sie nicht: ein „skyrocketing“, ein verdächtiges Hochschießen des Aktienkurses, wie es so oft vor Übernahmen der Fall ist. In einem Monat, in dem alle deutschen Aktienindizes zugelegt hatten, stieg Xing gerade mal um 10 Prozent auf knapp 30 Euro, den Emissionskurs von vor drei Jahren.

Will Lars Hinrichs verkaufen?

Wirklich Fahrt nahm die Xing-Aktie erst in den darauf folgenden Wochen auf. Nur knapp zwei Wochen später nämlich kursierten neue Gerüchte um die Hamburger Xing AG, der im Herbst 2006 als bislang einzigem lupenreinen Web 2.0-Unternehmen der erfolgreiche Sprung aufs Börsenparkett gelungen war.
Quelle war diesmal der Medienexperte Kai-Hinrich Renner, der im „Hamburger Abendblatt“ berichtete, dass Unternehmensgründer Lars Hinrichs sein Aktienpaket verkaufen wolle. „Wie es in Finanzkreisen heißt, stehen die Anteile von Lars Hinrichs, Gründer und Aufsichtsrat der Kontaktbörse für Fach- und Führungskräfte, zum Verkauf“, hieß es in der Wochenend-Ausgabe Mitte September.
„Der Aktionär“: „Xing-Übernahme: Es geht los“

Damit wäre dem Käufer der Weg zu einer Übernahme geebnet: Über seine Holding LH Cinco Capital GmbH hält der 32-jährige Ex-Xing-Chef nämlich 27,7 Prozent der Anteile. Zusammen mit den in Streubesitz befindlichen 28,53 Prozent könnte so die Mehrheit am Unternehmen übernommen werden.

Die Anzeichen für eine Veränderung in der Gesellschaftsstruktur hatte dann knapp weitere zwei Wochen nach dem „Abendblatt“ das Anlegermagazin „Der Aktionär“ ausgemacht. Unter der verheißungsvollen Überschrift „Xing-Übernahme: Es geht los“ vermeldeten die Kulmbacher in Hinblick auf die Veräußerung von Mitarbeiter-Aktien wie die von Hinrichs einen neuen Wasserstand: „Wie „Der Aktionär“ erfahren hat, soll eine Bank mit der Transaktion beauftragt worden sein“.

Das war am 22. September. Die Aktie legte daraufhin nochmals deutlich zu und nahm Kurs Richtung 36 Euro auf, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten – dabei blieb es jedoch nicht.

Auffällig: Xing-Aktie steigt rasant bei deutlich erhöhtem Handelsvolumen

Auffällig erscheint vor allem die Stärke der letzten zwei Wochen, in der die Xing-Aktie in einem schwachen Marktumfeld durch weitere Kurszuwächse auffiel. Während Dax und TecDax auf Tauchstation gingen und schwächer notierten, setzte die Xing-Aktie Zug um Zug um Zug die Klettertour weiter fort, um gestern gar auf dem höchsten Stand des Jahres und der vergangenen 52 Wochen zu notieren – nämlich bei fast 37 Euro. Das sind 23 Prozent mehr als Anfang September, als Xing erstmal ins Visier von „TechCrunch“ gerückt war.
Während „Der Aktionär“ das Kursziel von 40 Euro nennt, gibt es weitere Auffälligkeiten. Das Handelsvolumen in den vergangenen Tagen ist so hoch wie seit langer Zeit nicht mehr. In der vergangenen Woche lag das Handelsvolumen auf Xetra durchschnittlich bei 1,17 Millionen Euro – und damit fast viermal höher als der Durchschnitt im vergangenen Jahr. Das signifikant erhöhte Transaktionsvolumen verbunden mit dem deutlichen Kursanstieg könnte also ein Indiz dafür sein, dass sich hinter den Kulissen in diesen Tagen Veränderungen in der Eigentümerstruktur abspielen.

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