Microblogging ist noch ganz klein

Ein lange gehütetes Geheimnis ist jetzt raus: Twitter hat weltweit 52 Millionen Mitglieder. Die offizielle Zahl hat das US-Blog Techcrunch über die offene Schnittstelle (API) des Microblogging-Dienstes ermittelt. Die Twitter-Gründer sind bekannt dafür, keine Nutzer-Zahlen bekannt zu geben. Laut Techcrunch-Analyse scheint der Hype um das Zwitscher-Portal abzuebben. Der Peak war im Juni dieses Jahres erreicht. Zudem ist die Zahl der aktiven Twitterer im Verhältnis zu den gesamten Accounts eher gering.

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Die Analyse bietet interessante Ergebnisse, durchgeführt wurde sie von Robert J. Moore, dem Gründer des Web-Statistik-Dienstleisters RJMetrics. Demnach steigt die Rate der Neuanmeldungen seit Juni dieses Jahres nicht mehr so exorbitant wie in der Vergangenheit und pendelt sich bei etwa acht Millionen pro Monat ein. Zudem beschränken sich die meisten Nutzer auf ein passives Konsumieren der 140-Zeichen-Beiträge.

Etwas mehr als 14 Prozent der Twitter-Nutzer haben nicht einen einzigen Follower, über 75 Prozent haben höchstens zehn User, die ihnen folgen. 38 Prozent haben nie einen Tweet geposted, über 75 Prozent haben nicht einmal zehn Kurz-Beiträge geschrieben. Die Mehrheit der Mitglieder verhält sich im Microblogging-Kosmos also passiv. Die Schwelle zur aktiven Nutzung wird zu 65 Prozent dann genutzt, wenn ein Mitglied seinen ersten Tweet veröffentlicht. Beim zweiten Tweet erhöht sich diese Wahrscheinlichkeit auf 81 Prozent. Ist ein Benutzer in der zweiten Woche noch aktiv, so ist es sehr wahrscheinlich, dass er zum dauerhaften Twitter-User wird.

Im deutschen Markt hält der Twitter-Boom nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Nielsen weiter an. Im August wuchs der Microblogging-Dienst gegenüber dem Vormonat um rund 20 Prozent. Das entspricht 2,36 Millionen Unique Usern. Auch die Zahl der deutschsprachigen Twitter-Accounts ist um 20 Prozent im August 2009 auf etwa 240.000 gestiegen, wie die Webevangelisten ermittelten. Aktiv seien allerdings nur 77 Prozent, also 185.000 Nutzer.

Die gesammelten Daten bei Techcrunch basieren auf der öffentlichen API von Twitter. Diese ermöglicht es, 20.000 Datensätze pro Stunde zu nutzen. Für die Analyse wurden etwa 85.000 User mit 3.000.000 Tweets ausgewertet. Einschränkungen in punkto Evidenz der Zahlen gibt es dennoch. Denn im Artikel wird nicht zwischen RSS-Feeds, offensichtlichen Spam-Accounts, Bots die bestimmte Keywords retweeten und echten Benutzern unterschieden.

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