Deutsche Publizisten verlieren Milliarden

Es hat viel Bewegung gegeben im Club der deutschen Superreichen. Laut "Manager-Magazin", das jetzt zum neunten Mal eine Rangliste der 300 größten Privatvermögen Deutschlands veröffentlicht, hat die Krise die Zahl der Milliardäre dezimiert: Waren es 2008 noch 122 Personen oder Familien, sind es 2009 nur noch 99. Unter den Top 100 finden sich sechs Medienunternehmer oder Publizisten-Familien. Die Verluste der Medienkonzerne in der jüngsten Vergangenheit haben ihre Vermögen deutlich verringert.

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Trotz gigantischer Verluste liegt Familie Mohn im Ranking der großen deutschen Vermögen der Medienwirtschaft noch immer vorn – und teilt sich Platz 32 mit Friede Springer. Rund 1,25 Milliarden seit 2008 und den Abstieg von Rang 30 hat die Bertelsmänner die Folgen der Rezession seit vergangenem Jahr gekostet, das Mohn-Vermögen summiert sich 2009 auf „nur noch“ 2,9 Milliarden Euro.

Zu den Aufsteigern gehört die Verlegerwitwe und Aktionärin der Axel Springer AG – obwohl der Konzern ordentlich an Wert verloren hat und heute, wie das „Manager-Magazin“ vorrechnet, nur noch „halb so teuer ist, wie vor zwei Jahren“. Trotz eines Verlusts ihres Privatvermögens von rund 250 Millionen auf 2,9 Milliarden Euro rückte Friede Springer von Platz 36 auf 32 vor.

Deutlich aufholen konnte Hubert Burda, mit 2,6 Milliarden Euro die Nummer 38 des Rankings; der Verleger nahm 2008 noch Platz 47 ein. Heinz Bauer hat seit Jahren mit einem rückläufigen Heimatmarkt zu kämpfen und doch belegt der Hamburger Verlagsunternehmer in diesem Jahr Platz 39 (2008: 42). Sein Vermögen schmolz von 2,9 auf 2,55 Milliarden zusammen. Rezession und Anzeigenkrise haben Gruner + Jahr schwer zugesetzt, auch die Familie Jahr, die 25,1 Prozent der Aktien hält, hat fast eine halbe Milliarde Euro verloren. Ihr Vermögen beträgt heute gleichwohl noch 2,45 Milliarden Euro, damit belegen die Jahrs Platz 41.

Der Besitzer der Ludwigshafener Medien Union und Nummer 87, Dieter Schaub, büßte einen erheblichen Teil seines Vermögens ein. Der Verleger der Ludwigshafener „Rheinpfalz“ oder der Chemnitzer „Freien Presse“ ist eine Milliarde schwer, 2008 waren 300 Millionen mehr.

Medienunternehmer auf den weiteren Plätzen:

Gleichauf mit einem Vermögen von jeweils 600 Millionen Euro und liegen auf Platz 153: Familie Grotkamp (WAZ-Gruppe), Dirk Ippen (Münchner Merkur), Alfred Neven DuMont (M. DuMont Schauberg) und Familie Schlüter (ebenfalls M. DuMont Schauberg).

Platz 190, jeweils 500 Millionen Euro: Dieter von Holtzbrinck (DvH Medien), Franz Burda und Frieder Burda (ehemals Burda-Verlag).

Platz 226, jeweils 450 Millionen: Anneliese Brost (WAZ-Gruppe), Thomas Ganske (Jahreszeiten-Verlag, Hoffmann & Campe)

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