Ist der Stiefel-Schnüffler ein Wettbetrüger?

Die "Wetten, dass...?"-Redaktion hatte bei der Gummistiefel-Wette offenbar nicht den richtigen Riecher. Wett-Kandidat Thomas Schuster behauptete, Gummistiefel anhand des Schweißgeruchs, seinen Trägerinnen zuordnen zu können. Nun werden Zweifel laut, dass dies überhaupt möglich ist. Gegenüber "Bild" erklärte Dr. Christoph Külkens, Chefarzt eines HNO-Klinikums in Hamburg, dass die menschliche Nase nicht in der Lage sei, "die feinen Unterschiede eines Schweißgeruchs zu erriechen".

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Die Wette war für viele Zuschauer nicht nur Ekel erregend, sondern schürte von Anfang an Zweifel, ob es bei der Stiefel-Schnüffelei mit rechten Dingen zuging. Der Verdacht erhärtet sich durch die Aussagen des Hamburger Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten Külkens, der gegenüber „Bild“ erklärte, dass die Wette wissenschaftlichen Erkenntnissen widerspreche. Jetzt wird spekuliert, wie der Kandidat die Wette gewinnen konnte.

Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass bei der Wette gemogelt wurde. Verdachtsmoment Nummer eins: Die Stiefel, an denen Schuster roch, hatte er selbst mit in die Sendung gebracht. Verdachtsmoment Nummer zwei: Schuster roch ausschließlich an den linken Stiefeln. Seine Begründung: „Der linke Fuß riecht stärker.“ – „Unsinn“, erklärte Külkens. „Der linke Fuß ist nicht geruchsintensiver als der rechte.“

Bild besuchte Schuster, und lies sich die Stiefel zeigen. Darauf folgte Verdachtsmoment Nummer drei: Schuster wollte nicht alle Stiefel zeigen. Fest steht, dass alle Stiefel unterschiedliche Krempen hatten und dass einige Exemplare auffällige Merkmale hatten, etwa Kratzer. Zudem waren die eingestanzten Schuhgrößen an den Sohlen ertastbar. In der Summe, so schlussfolgert „Bild“, Grund für die Annahme, dass Schuster die Damen – auch sie brachte er selber mit in die Show – „vielleicht nur anhand der Stiefel und nicht anhand des Geruchs erkannt“ hatte.

Das ZDF hingegen beteuerte, dass bei der Wette alles korrekt ablief: „Wir haben die Wette und den Kandidaten vorher genau überprüft. Wir gehen davon aus, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist.“ So richtig glaubwürdig ist das nicht. Immerhin war Schuster bereits zum dritten mal bei „Wetten, dass…?“ als Kandidat. In seinen vorangegangenen Auftritten waren die Wetten ähnlich kurios. 2004 wette er, Jeans-Marken anhand des Geräuschs des Reißverschlusses erkennen zu können – Wette gewonnen. Im Jahr darauf wollte das Gewicht von Menschen, die sich auf seinen Bauch stellten, bis auf zwei Kilogramm genau schätzen; diese Wette ging allerdings verloren.

Zu einer Auflösung des Schnüffel-Rätsels kommt es vielleicht am kommenden Mittwoch im ZDF. Dann flimmert Thomas Schuster erneut über den Bildschimer, zu Gast bei Markus Lanz. Dort soll er unter strenger Beobachtung erneut seine Riechkunst beweisen.

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