Hajo Schumacher plant „iTunes für Texte“

Die Idee klingt überzeugend: "Bei Spredder kaufen Sie journalistische Texte, so einfach wie Musik bei iTunes oder Bücher bei Amazon. Ausgesuchte freie Autoren bieten hier ihre Artikel an." Zum Start soll es gleich mal einen Top-Namen geben. So verspricht die Seite "Einen Karasek auch in ihrem Blatt". Hinter dem Projekt steht der ehemalige "Max"-Chefredakteur und Herausgeber der Medienzeitschrift V.i.S.d.P, Hajo Schumacher (alias Jogging-Legende "Achim Achilles"). Der Starttermin soll Mitte November sein.

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Auf der Preview-Seite verspricht Spredder, ein Gewinn für „Verlage, Redakteure und Autoren“ zu sein. Die Seite will Redaktionen gute und günstige Texte anbieten. Den Autoren wiederum will die Plattform einen fairen Preis zahlen. „Ein Beispiel: Hellmuth Karasek schreibt eine Kolumne für die ‚Berliner Morgenpost‘. So können ihn sich auch die ‚Kieler Nachrichten‘ oder die ‚Münchener Abendzeitung‘ leisten“, heißt es auf der Seite. „Wie Karasek gibt es überall in Deutschland viele gute Autoren, deren Texte nur einmal erscheinen. Spredder macht die besten davon sofort verfügbar. Die Idee: Qualitätsjournalismus für alle.“

Wie das Modell konkret aussieht, verrät das Blog Medienrauschen: „Pro Zeichen will Spredder zwei Cent. Das klingt gut, allerdings bekommt der Autor davon nur einen Cent ausgezahlt. Den Rest verleibt sich Spredder ein. Für den Aufwand.“

Zu den Spredder-Autoren gehören zum Start die ehemalige „Welt“-Feuilletonistin Susanne Leinemann, der Ex-„Stern“-Reporter Gerhard Waldherr oder Rainer Schmidt, ehemals stellvertretender Chefredakteur der „Vanity Fair“ und der „Max“. Darüber hinaus kann sich jeder Journalist bereits vor dem Start als Autor bei der Plattform anmelden.

Spredder verspricht „unabhängig“ und „frei von PR und Werbung“ zu sein. Darüber hinaus formiert Schumacher auch noch sieben Qualitäts-Prinzipien. In ihnen heißt es unter anderem “ Wir vermeiden Schachtelsätze, Passivkonstruktionen, Substantivierungen, Sprachklischees und Fachjargon“ oder „Unsere Texte haben ein Thema und eine These, sie sind knapp und direkt.“

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