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US-Verlage planen Online-Kiosk

Große US-Zeitschriftenverlage stehen vor der Gründung eines Joint Ventures, um ihre Produkte in einem gemeinsamen Onlinekiosk kostenpflichtig anzubieten. Die Initiative ging von Time Warner ("Time", "People") aus, angeblich stehen Conde Nast ("Vanity Fair", "Wired", "Vogue") und Hearst ("Cosmopolitan", "O") kurz vor der Unterzeichnung eines Vertrags. Das Unternehmen zielt auf Lesegeräte wie Amazons "Kindle", soll aber auch allgemeine Standards für mobile Verbreitung liefern.

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Die durchweg notleidenden US-Zeitschriftenverlage setzen auf einen gemeinsamen digitalen Vertriebskanal. Unter der Führung von Time Warner wollen die Konzerne ab Mitte 2010 ihre Titel für digitale Lesegeräte anbieten. Das Joint Venture soll unabhängig von den Verlagen agieren und möglichst bald Verhandlungen mit mächtigen Distributoren wie Amazon (Lesegerät Kindle) und Apple aufnehmen. Zugleich könnten gemeinsame Standards für die Vermarktung auf mobilen Online-Kanälen etabliert werden. Auf E-Readern liegen viele Hoffnungen der Medienwirtschaft, erfolgreich Bezahlinhalte verkaufen zu können.

Interessanterweise firmiert die Idee in US-Mediendiensten als „Hulu for magazines“, was wohl die Idee unterstreichen soll, dass – wie bei der Online-TV-Plattform – konkurrierende Medienanbieter sich auf einer Bühne präsentieren. Die Bezeichnung „Onlinekiosk“ stammt aus einer Reuters-Meldung. 

Wie „Allthingsdigital“ ausführt, hat Manager John Squires von Time Inc. die Verhandlungen seit dem Frühjahr geführt und bereits weit gebracht. So soll die Idee, Zeitungsinhalte zu integrieren, vorerst gescheitert sein. Offen ist, ob auch ein Technologieunternehmen am Joint venture beteiligt wird. Ein eigener E-Reader der Verlage soll aber nicht geplant sein.

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