Freie Journalisten als Abo-Verkäufer

Die "Badische Zeitung" aus Freiburg macht ihre freien Mitarbeiter zu Abo-Verkäufern. Chefredakteur Thomas Hauser und Vertriebsleiter Thomas Zehnle haben Ende September einen Brief an die freien Lokaljournalisten der Zeitung verschickt, in denen Prämien für vermittelte Abos Angeboten werden. Für ein Halbjahres-Abo gibt es 40 Euro Provision, für ein Ganzjahres-Abo 80 Euro. Der Freie-Journalisten-Verband Freischreiber kritisiert das Modell scharf.

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„Journalisten sollten nicht als Verkäufer auftreten“, sagte Freischreiber-Sprecher Felix Zimmermann epd medien. Auf ihrer Website rechnen die Freischreiber vor, dass die 80-Euro-Provision für ein vermitteltes Jahresabo dem Honorar für einen 220 Zeilen langen Artikel bei der „Badischen“ entspreche. Laut Freischreiber zahlt das Blatt denLokaljournalisten 36 Cent pro Zeile. “ Statt ihre freien Mitarbeiter als Zeitungsverkäufer loszuschicken, sollte das Blatt sie nicht so mies bezahlen“, sagte Zimmermann.

Chefredakteur Thomas Hauser rechtfertigte das Modell: „Es geht damit niemand als Zeitungsverkäufer durchs Land“, sagte er. Es werde auch niemand gezwungen, Abos zu verkaufen. Weiter sagte Hause, es sei weltfremd zu glauben, Mitarbeiter könnten nie in eine Situation kommen, in der sie auch Abos vermitteln. Hauser: „Hier wird ein Popanz aus etwas gemacht, das es gar nicht gibt.“

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