Die Alles-oder-Nichts-Strategie von Sat.1

Bei Sat.1 wird geklotzt und nicht gekleckert. Neue Late-Night-Show mit Oliver Pocher, neues Magazin mit Johannes B. Kerner, dazu Champions League und Uefa Cup. Und die Shopping-Tour ist immer noch nicht zu Ende. Mutterkonzern ProSiebenSat.1 hat den Star-Programm-Entwickler Dick de Rijk exklusiv verpflichtet. Sein Auftrag: "Weltklasseformate" erfinden. Sat.1 soll mit massiven Investitionen flott gemacht werden. Das kann gut gehen, das kann aber auch spektakulär scheitern.

Anzeige

So erwiesen sich einige der neuen Hoffnungs-Formate des Senders bereits als veritable Flops. Die Polititik-Sendung vor der Wahl mit Sabine Christiansen und Stefan Aust hatte so miese Quoten, dass das Thema Politik bei Sat.1 künftig wohl nicht einmal mehr mit der Kneifzange angefasst werden dürfte. Die hoffnungsfroh gestartete Promi-Tanzshow „You can dance“ mit Kai Pflaume hat dem Sat.1-Sorgentag Freitag auch nicht den erhofften Schub gebracht. Die Einschaltquoten sind eine Enttäuschung. Schlechte Vorzeichen für OliverPochers Late-Night-Format, das direkt nach Pflaume programmiert ist.

Auf Pocher und auf dem neuen Sender-Aushängeschild Johannes B. Kerner liegt die große Last, Sat.1 wieder ins rechte Licht zu rücken. Anfang November startet Kerner mit seinem Infotainment-Magazin montags gegen den RTL-Hit „Bauer sucht Frau“. Nun wurde noch Dijk de Rick von ProSiebenSat.1 exklusiv verpflichtet. Bisher hat der Erfinder von „Deal or no Deal“ seine Spiel- und Show-Ideen exklusiv an Endemol verkauft. Darüber hinaus investiert Sat.1-Chef Guido Bolten auch in Top-Spielfilme, eine neue Telenovela („Eine wie Keine“) und in eigene Serien wie „Danni Lowinski“ mit Anette Frier.

Man kann dem Sender-Management also nicht vorwerfen, dass nichts ins Programm investiert werden würde. Allein die Rechte an der ChampionsLeague und dem Uefa Cup sollen rund 75 Millionen Euro gekostet haben. Pocher, Kerner und Dijk de Rick waren ebenfalls gewaltige Investitionen. Der Sender hat Millionen für sein neues Programm ausgegeben, nun sollten auch Resultate folgen. Man darf nicht vergessen, dass Sat.1 über die ProSiebenSat.1 Group den beiden Finanz-Investoren Permira und KKR gehört. Und die wollen irgendwann Renditen sehen. Und vor die Renditen hat der liebe Gott beim Privatfernsehen die Quoten gesetzt. Für Sat.1 wird die Bewährungsprobe des neuen Programms zu einem Ritt auf der Rasierklinge.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige