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Wahl-Quoten: Klarer Sieg für Das Erste

Neben CDU und FDP gibt es nun einen weiteren klaren Wahlsieger: die ARD. Eine ganz klare Mehrheit hat sich bei der Berichterstattung zur Bundestagswahl für Das Erste entschieden. So war der Sender von 17.30 Uhr bis 21.10 Uhr ununterbrochen Marktführer im Gesamtpublikum, erst danach kamen auch RTL und das ZDF mit ihren Programmen zum Zuge. Mies waren die Zahlen vor allem bei Sat.1, auch die Infosender hatten mit ihren Wahlsendungen keine Chance gegen ARD und ZDF.

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Die Wahl-TV-Zahlen im einzelnen: Die reguläre Bundestagswahl-Sendung des Ersten von 17.05 Uhr bis 20 Uhr interessierte im Durchschnitt 4,56 Mio. Leute – ein Marktanteil von 20,8%. Das ZDF kam parallel dazu auf mittelmäßige Werte von 2,38 Mio. und 13,2%, RTL sahen 1,87 Mio. (9,8%) und Sat.1 nur 0,69 Mio. (3,3%). Die höchsten Zuschauerzahlen verzeichnete Das Erste dann im Anschluss – mit der 20-Uhr-„Tagesschau“ und der „Berliner Runde“. 9,29 Mio. (29,0%) sahen die Nachrichtensendung, 5,77 Mio. (16,9%) die Gesprächsrunde der Spitzenkandidaten. Auch hier verzeichnete das ZDF nur in etwa die Hälfte des ARD-Publikums: 2,87 Mio. (8,4%) sahen hier die „Berliner Runde“.

Keine Chance hatten die Infosender am Wahlabend: n-tv kam mit seinem „Wahl Spezial“ nur auf 140.000 Zuschauer und einen Marktanteil von 0,6%, Phoenix kam zwischen 18 Uhr und 22 Uhr maximal auf 0,8%. Die N24-Einzelzahlen liegen uns noch nicht vor, doch bei den Tages-Marktanteilen verzeichnete N24 auch nur mittelmäßige 1,0%. n-tv kam hier ebenfalls auf 1,0%, Phoenix auf 0,9%.

Im Vergleich zur spannenden Wahl 2005 waren die Zuschauerzahlen klar rückläufig. Damals sahen die 20-Uhr-„Tagesschau“ noch 10,73 Mio. Leute, die legendäre „Berliner Runde“ mit Hauptdarsteller Gerhard Schröder kam auf 9,01 Mio. (ARD) bzw. 4,42 Mio. (ZDF) Zuschauer. Auch RTL verlor im Vergleich zu 2005 deutlich. Kleiner Trost für Sat.1: Damals lief es für den Sender mit einem Marktanteil von 1,7% für die Wahlsendung noch viel desaströser.

Auch im jungen Publikum war Das Erste die Nummer 1 in Sachen Wahl-Infos. Die 20-Uhr-„Tagesschau“ kam hier auf sage und schreibe 3,28 Mio. 14- bis 49-jährige Zuschauer und 24,5%. Die reguläre Wahlsendung des Ersten erreichte von 17.05 Uhr bis 20 Uhr immerhin 15,9%, die „Berliner Runde“ 12,5%. Dazwischen schob sich lediglich „RTL aktuell“ – mit 1,82 Mio. jungen Zuschauern und 17,3%, das ZDF kam aber mit „heute“ und „heute-journal“ ebenfalls in die Tages-Top-20 der 14- bis 49-Jährigen.

Der restliche Sonntag bei den 14- bis 49-Jährigen:

Gewonnen hat die Bundestagwsahl im jungen Publikum allerdings nicht. Die 20-Uhr-„Tagesschau“ verlor mit den hervorragenden 3,28 Mio. 14- bis 49-Jährigen knapp gegen den RTL-Film „Mr. & Mrs. Smith“, den 3,34 Mio. dem aktuellen Politik-Geschehen vorzogen. Auch die Plätze 3 bis 7 gingen an Wahl-fremde Programme: Sat.1 erzielte mit „Navy CIS“ Werte von 2,52 Mio. und 16,6% in der Zielgruppe, „Criminal Minds“ sahen im Anschluss 2,22 Mio. (15,1%). Auch ProSieben kann zufrieden sein: mit 2,50 Mio. und 18,7% für „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“.

Das Formel-1-Nachtrennen aus Singapur erreichte bei RTL um 14 Uhr 2,17 Mio. junge Zuschauer (36,5%), der Klitschko-Boxkampf sprang um 5.25 Uhr morgens sogar auf 42,3%. Zu dieser frühen Sendezeit waren dafür aber nur 700.000 Werberelevante nötig. Die Wiederholung des Fights um 11.05 Uhr erzielte mit 1,71 Mio. noch 33,5%. Abseits von ARD, ZDF, RTL, Sat.1 und ProSieben besiegte das WDR Fernsehen am Sonntag die Sender der zweiten Privat-TV-Liga: 1,14 Mio. 14- bis 49-Jährige sahen den „Tatort“ um 20.15 Uhr – ein wahnsinnig guter Marktanteil von 7,5% und fast ein Top-20-Platz. RTL II und kabel eins erreichten parallel dazu mit „Happy Gilmore“ und „Family Business“ nur 4,2% und 4,1%, Vox kam mit dem „Perfekten Promi Dinner“ gar nur auf miserable 3,6%.

Der restliche Sonntag im Gesamtpublikum:

Insgesamt war die Wahl das dominierende TV-Ereignis des Sonntags. Auf Platz 1 bis 3 finden sich „Tagesschau“, „Berliner Runde“ und „Tagesthemen Extra“. Dahinter folgen dann aber auch ein paar Politik-fremde Programme, allen voran das Formel-1-Rennen, das 4,97 Mio. Fans (39,3%) bei RTL verfolgten. Auch in der Prime-Time bot RTL das beliebteste Wahl-Alternativprogramm: mit „Mr. & Mrs. Smith“ und 4,83 Mio. Sehern. Sat.1 erreichte parallel dazu mit „Navy CIS“ 4,24 Mio. Zuschauer und und Rang 8 des Tages-Rankings.

Die Quoten-Sensation gab es aber im WDR Fernsehen: Am „Tatort“-freien Sonntag des Ersten füllte der Sender die Lücke und lockte mit seiner „Tatort“-Wiederholung sage und schreibe 3,89 Mio. Zuschauern an. Ein Marktanteil von 11,6% – normal sind für den WDR 2,8% – und Platz 10 (!) in den Sonntags-Charts. Selbst ProSiebens „Star Wars: Episode III“ hatte da das Nachsehen.

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