Der MEEDIA-TV-Planer für den Wahlabend

Für die detaillierte Analyse und Ergebnisse bis in den kleinsten Wahlkreis hat das Internet die alten Medien längst abgelöst, doch für das Live-Erlebnis bleibt das Fernsehen wohl auch am Sonntagabend die Nummer 1 der Massenmedien. Prognosen, Hochrechnungen, Politiker-Reaktionen - all das wird es zuerst im TV geben - und das auf unzähligen Kanälen. MEEDIA hat sich durch die Programmpläne aller Sender gekämpft und sagt Ihnen, was Ihnen am Wahlabend wo geboten wird.

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Die meisten Zuschauer werden definitiv wieder Das Erste und das ZDF einschalten. Wenn es um wichtige Informationen aus Politik oder Weltgeschehen geht, sind ARD und ZDF weiterhin die klare Nummer 1 für den Großteil des Publikums. Beide Sender beginnen auch schon recht früh mit ihren Wahlsendungen. So geht Das Erste um 17 Uhr auf Sendung, das ZDF um 16.50 Uhr. Für Das Erste präsentieren Caren Miosga, Ulrich Deppendorf und Jörg Schönenborn Ergebnisse, Stimmen und Stimmungen, die reguläre Sendung geht bis 20 Uhr. Parallel dazu kämpfen im ZDF Bettina Schausten und Christian Sievers um die Gunst der Zuschauer, hier dauert die reguläre Sendung bis 20.15 Uhr – unterbrochen von einer „heute“-Sendung um 19 Uhr.

Das ZDF präsentiert bereits um 18 Uhr Christian Wulff (CDU) und Klaus Wowereit (SPD) für eine Einordnung der ersten Prognosen. Für Analysen stehen zudem die Chefredakteure Helmut Markwort („Focus“) und Giovanni di Lorenzo („Die Zeit“) parat. Das Erste kündigt zudem noch eine kleine Skurilität an: Mathias Richling soll die Wahlsendung mit satirischen Einlagen auflockern. Neben der Bundestagswahl spielen natürlich auch die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Brandenburg eine Rolle in den Sendungen.

Um 20.15 Uhr beginnt dann das, was 2005 so für Schlagzeilen gesorgt hatte: die „Berliner Runde“. Steinmeier, Merkel & Co. werden das Wahlergebnis parallel bei ARD und ZDF bewerten, dabei aber sicher nicht in die Geschichte eingehen, wie vor vier Jahren Gerhard Schröder. Das ZDF sendet anschließend um 21 Uhr eine weitere reguläre Wahlsendung, um 21.45 Uhr das „heute-journal“ und nach dem Krimi um 23.45 Uhr eine weitere Wahlsendung. Um 0.20 Uhr schließt ein Live-„nachtstudio“ zum Thema „Nach der Wahl ist vor der Wahl: Die Diskussion“ den Abend ab. Im Ersten geht um 21.50 Uhr Anne Will auf Sendung und diskutiert mit Rita Süssmuth, Egon Bahr, Gerhart Baum, Tissy Bruns und – besonders interessant – Michael Spreng den Wahlausgang. Danach gibt es noch die „Tagesthemen“, doch um 23.25 Uhr ist nach aktueller Planung erstmal Schluss mit Wahl-TV.

Auch RTL und Sat.1 berichten ausführlich von der Bundestagswahl, wenn auch vornehmlich vor 20.15 Uhr. RTL schickt um 17.30 Uhr Peter Kloeppel ins Rennen, der mit dem n-tv-Kollegen Christoph Teuner eine gemeinsame Sendung präsentiert, die auf beiden Kanälen parallel ausgestrahlt wird. Ähnlich gehen Sat.1 und N24 vor: Auch hier präsentiert Peter Limbourg parallel auf beiden Kanälen eine gemeinsame Sendung – von 17.45 Uhr bis 20 Uhr. Als Gäste begrüßt Limbourg die N24- und Sat.1-Moderatoren Sabine Christiansen, Stefan Aust, Michel Friedman, Hans-Hermann Tiedje und Hajo Schumacher. RTL beschließt den Abend um 23.10 Uhr noch mit einem „RTL Nachtjournal Spezial“, Sat.1 überlässt die aktuellen Informationen ab 20.15 Uhr lieber N24.

N24 hat in seinem Programmschema im Übrigen alle Sendeplätze bis Mitternacht frei geräumt, sendet also nach aktueller Panung von 17 Uhr bis 0 Uhr durch. Zudem kooperiert N24 mit „Bild“ und schaltet im Verlauf des Abends zu Kai Diekmann. N24-Zuschauer könnten also auch zu den ersten gehören, die die „Bild“-Schlagzeile vom Montagmorgen erfahren. Bei n-tv stehen ab 19.30 Uhr hingegen schon wieder Reportagen und Dokus auf dem Programm. Sollten die Wahlergebnisse Spannung versprechen, wird aber sicher auch hier reagiert und Wahl-TV gezeigt. Am umfangreichsten dürfte aber die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Infosenders Phoenix sein. Von 16.30 Uhr bis 2 Uhr nachts begleitet der Kanal die Wahlen, zeigt Ergebnisse von ARD und ZDF und ist immer dort vor Ort, wo gerade etwas passiert. Für Poltikjunkies ist Phoenix sicher die beste Wahl. Auf den Digitalkanälen von ARD und ZDF bleibt man der Wahl zugunsten der Hauptprogramme hingegen fern. Ausnahme: Der ZDFinfokanal zeigt wie bei jeder Wahl die „Wahl im Web“ mit Markus Kavka. Dort werden die Wahlen aus Sicht des Internets analysiert – von 17.30 Uhr bis 20 Uhr.

Traditionell begleiten auch die Dritten der ARD die Wahlen – jeweils mit einem Schwerpunkt auf ihre jeweiligen Kernregionen. Besonders spannend dürfte es im NDR Fernsehen und im rbb Fernsehen werden, da hier ja parallel zur Bundestagswahl auch über die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und in Brandenburg berichtet wird. Das NDR Fernsehen geht zunächst von 17.45 Uhr bis 18.45 Uhr auf Sendung, von 20.15 Uhr bis 21 Uhr, von 22.45 Uhr bis 23.15 Uhr und von 0 Uhr bis 0.15 Uhr gibt es weitere Specials. Im rbb Fernsehen sehen die Pläne ähnlich aus, die Sendezeiten hier: 17.45 Uhr bis 19.30 Uhr, 20.15 Uhr bis 21 Uhr und 23 Uhr bis 23.30 Uhr. Auch die anderen fünf Dritten berichten über die Bundestagswahlen: Das WDR Fernsehen von 17.45 Uhr bis 18.20 Uhr und von 22.05 Uhr bis 23.15 Uhr, das Bayerische Fernsehen sehr ausführlich von 17.30 Uhr bis 18.45 Uhr, von 19 Uhr bis 21.30 Uhr und von 22.15 Uhr bis 0.15 Uhr, das SWR Fernsehen von 17.45 Uhr bis 18.45 Uhr, von 20.15 Uhr bis 21.45 Uhr und von 22 Uhr bis 23.30 Uhr, das hr fernsehen nur von 20.15 Uhr bis 21.45 Uhr und das mdr Fernsehen von 17.45 Uhr bis 18.50 Uhr, von 20.15 Uhr bis 20.45 Uhr und von 22 Uhr bis 22.30 Uhr. Die Sendungen werden dabei vor allem auf die regionalen Begebenheiten eingehen und u.a. die Sieger in den einzelnen Wahlkreisen präsentieren.

Wie sieht nun also der beste Weg aus, den Wahlabend zu verbringen? Für die umfangreichsten und seriösesten Informationen sollte man wohl ARD, ZDF und vor allem Phoenix einschalten, vielleicht ab und zu – wegen Leuten wie Stefan Aust – zu N24 herüberzappen. Parallel dazu werden Poiltikjunkies die genauen Ergebnisse aus den Regionen und Wahlkreisen im Netz verfolgen. Um 20.15 Uhr ist die „Berliner Runde“ ein Muss, danach vielleicht „Anne Will“ und am späten Abend könnte man für die regionale Einordnung und letzte Analysen zu den Dritten oder wieder zu Phoenix schalten.

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