RIM: Blackberry-Hersteller enttäuscht

20 Prozent mehr Gewinn und 37 Prozent mehr Umsatz sind nicht genug: Research in Motion, dank des Blackberrys inzwischen eines der wertvollsten Technologie-Unternehmen der Welt, wird von Anlegern nach Handelsschluss an der Wall Street schwer abgestraft. Schuld daran ist die vorgelegte Unternehmensbilanz für das abgelaufene Geschäftsquartal und vor allem der Ausblick, der leicht unter den Analystenerwartungen blieb. Die Aktie verliert daraufhin nachbörslich mehr als 12 Prozent an Wert.

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20 Prozent mehr Gewinn und 37 Prozent mehr Umsatz sind nicht genug: Research in Motion, dank des Blackberrys inzwischen eines der wertvollsten Technologie-Unternehmen der Welt, wird von Anlegern nach Handelsschluss an der Wall Street schwer abgestraft. Schuld daran ist die vorgelegte Unternehmensbilanz für das abgelaufene Geschäftsquartal und vor allem der Ausblick, der leicht unter den Analystenerwartungen blieb. Die Aktie verliert daraufhin nachbörslich mehr als 12 Prozent an Wert. 

Es gibt sie immer noch – die schlechten Börsentage. Mehr als sechs Monate haussierten die Aktienmärkte, als wäre es noch einmal 1999. Dann folgten die US-Notenbanksitzung, sehr gemischte Konjunkturdaten und die Quartalszahlen von Research in Motion, um die Kurse wieder steil nach unten zu schicken.
Vor allem das jüngste Zahlenwerk des Blackberry-Herstellers macht deutlich, dass die Bäume auch an der Börse nicht ewig in den Himmel wachsen können. Die vorgelegte Bilanz war solide – aber eben nicht spektakulär. Im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal verbuchte der im kandadischen Waterloo ansäßigen Smartphone-Hersteller einen Gewinn in Höhe von 588,4 Millionen Dollar oder 1,03 Dollar je Aktie. Analysten waren zuvor von genau 1 Dollar ausgegangen.
Starkes Wachstum: Gewinn legt um 20 Prozent, Umsatz gar um 37 zu
 
RIM wächst damit als eines der wenigen Technologieunternehmen weltweit auch in Zeiten der schwersten Rezession weiterhin zweistellig: Im Vorjahr noch wurden 86 Cent je Aktie eingefahren – das entspricht einem Gewinnanstieg von 20 Prozent auf Jahressicht.

So weit, so gut. Doch schon bei der Umsatz-Entwicklung hört die Begeisterung auf – zumindest wenn es nach Meinung der hyperkritischen Analystenzunft geht. So reicht denn auch die enorme Erlössteigerung auf 40 Prozent auf 3,53 Milliarden Dollar nicht aus, um die Marktteilnehmer zufrieden zu stellen – die Konsenschätzung hatten bei 3,62 Milliarden Dollar gelegen.

Gnadenlose Wall Street-Logik lässt RIM abstürzen: Kleine Verfehlung, große Wirkung

Als deutlich schmerzhafter wurden indes die Verfehlungen beim Ausblick empfunden. Statt der erhofften Erlöse in Höhe 3,92 Milliarden Dollar, die der von Thomson Reuters befragte Analystendurchschnitt erwartet hatte, lieferte der Blackberry-Hersteller für das laufende Quartal nur eine konservative Umsatz-Guidance von 3,60 bis 3,85 Milliarden Dollar. Die Gewinn-Schätzungen lagen mit 1,00 bis 1,08 Dollar je Aktie im Rahmen der Erwartungen.

Aktionäre konnte das indes nicht besänftigen. Wie schon im Vorquartal und Vorjahr kam die Aktie nachbörslich unter den Hammer und verliert zur Stunde 12 Prozent auf 73 Dollar.

RIM schlägt Apple weiter klar: 3 Millionen Smartphones mehr verkauft

Dass RIM als eines der ganz wenigen Unternehmen in diesen Zeiten überhaupt so beständig zweistelliges Wachstum liefert, und dass RIM mit 8,3 Milllionen verkauften Blackberrys immer noch mehr als 3 Millionen Smartphones mehr verkauft hat als Apple im vergangenen Quartal iPhones, spielt nachbörslich keine Rolle. Es sind die Regeln der Quartalsverkündung an der Wall Street: Kleine Verfehlung, große Wirkung.

Ohnehin scheinen RIM-Aktionäre mit dem Septemberquartal kein Glück zu haben: Im vergangenen Jahr büßte die Aktie nach einer ähnlich marginalen Verfehlung gar fast 30 Prozent an Wert ein, auf rund 70 Dollar – ein Niveau, das sie RIM-Aktie im morgigen Handelsverlauf durchaus wieder sehen könnte.

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