Facebook: Mobbing-Opfer bringt sich um

Trauriger Höhepunkt des Cyber-Mobbings: Wie "The Times" berichtet, hat sich die erst 15-jährige Holly Grogan aus dem britischen Cheltenham nach anhaltenden Demütigungen im sozialen Netzwerk Facebook in der vergangenen Woche das Leben genommen. Grogan war auf ihrem Facebook-Profil mit Kommentaren von Mitschülerinnen immer wieder beschimpft und verhöhnt worden. Das Phänomen ist nicht neu: Ende August war erstmals eine 18-Jährige wegen Cyber-Mobbings zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Anzeige

Das Drama nahm bereits in der vergangenen Woche seinen Lauf: Die erst 15-jährige Holly Grogan starb auf der Stelle, nachdem sie von der zehn Meter hohen Straßenbrücke Pirton Lane Bridge im britischen Churchdown (Nähe Gloucester) gesprungen und vom Verkehr erfasst wurde. Grogan habe unter „erheblichem Druck“ gelitten, der über die sozialen Netwerke MySpace, Bebo und Facebook von Mitschülerinnen auf sie ausgeübt wurde, wie die britische „Times“ berichtet.

Vor allem auf ihrer Facebook-Seite habe sich nicht enden wollendes Cyber-Mobbing zugetragen: Ihre Mitschülerinnen hätten sich regelrecht gegen Grogan „verschworen“ und eine Reihe beleidigender Einträge auf ihrem Facebook-Profil hinterlassen. „Sie wurde schikaniert und konnte sich nicht wehren, das war das Problem“, erklärte eine Schulkameradin.

Die geschockten Eltern (45 und 44 Jahre alt) warnten vor den Gefahren der sozialen Netzwerke. Erst vor knapp einem Monat hat die britische Polizei eine 18-Jährige zu drei Monaten Haft in einer Jugendstrafanstalt verurteilt, weil sie gegen eine Mitschülerin auf Facebook Mord-Drohungen ausgesprochen hatte.
Auf Facebook gibt es noch keine Gruppen mit Kondolenzbekundungen – zumindest in diesem Punkt scheint das Social Web merkwürdig sprachlos.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige