Web-Wahlkampf: Piraten vor SPD und CDU

Der Wahlkampf-Monat August hat den offiziellen Websites der Parteien ein deutliches Besucherwachstum beschert. Im Vergleich zum Juli legten alle zu - teilweise um mehr als 100%. Meistbesuchte Parteien-Website bleibt die der Piratenpartei: 240.000 Unique Visitors verzeichnete sie nach Hochrechnungen von Google aus dem Research-Tool Ad Planner. Deutlich dahinter folgt die SPD, erst dann die CDU. Auch bei den Kandidaten liegt SPD-Mann Frank-Walter Steinmeier vor Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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Noch im Juli hatte unsere Analyse der Parteien-Websites beschämende Ergebnisse geliefert. spd.de lag damals bei gerade mal 58.000 Unique Visitors, cdu.de noch hinter den Grünen bei 43.000. Die näher rückende Bundestagswahl hat im August nun für deutlich bessere Zahlen gesorgt. Immerhin 690.000 Leute aus Deutschland haben laut der Google-Zahlen mindestens eine der Websites der zur Bundestagswahl zugelassenen Parteien besucht.

Auf dem ersten Platz bleibt dabei die Piratenpartei, die sich im Vergleich zum Juli um 80.000 Besucher auf nun 240.000 verbesserte. Das hohe Interesse an der neuen Partei und die sehr internet-affine Zielgruppe bescherten ihr einen klaren Sieg. Die SPD legte um 62.000 auf 120.000 Unique Visitors zu, die CDU um 67.000 auf 110.000. Dahinter folgen die Grünen, Die Linke, sowie erschreckenderweise noch vor der FDP und der CSU die NPD, deren Website im August 78.000 verschiedene Leute besuchten.

Für unsere Auswertung sammelten wir die Ad-Planner-Zahlen aller 27 für die Bundestagswahl zugelassenen Parteien. Nur für 15 Parteien-Websites lieferte das Google-Tool Ergebnisse, die restlichen 12 Sites verfügen über 3.000 oder weniger Unique Visitors – in solchen Fällen spuckt der Ad Planner wegen zu großer Ungenauigkeiten keine Zahlen aus.

Interessant ist auch das Ergebnis der Websites der beiden Kontrahenten um das Kanzleramt. Während angela-merkel.de im August 29.000 Leute besuchten, kam frankwaltersteinmeier.de auf 36.000. Im Internet sorgt der Herausforderer also für mehr Interesse als die Kanzlerin.

Natürlich sind die offiziellen Parteien-Websites nur ein Teil der Wahlkampf-Bemühungen der Parteien. Es gibt zusätzlich Websites von Ortsvereinen, Fraktionen, einzelnen Politikern, sowie Bemühungen der Parteien bei Facebook, Twitter, YouTube, StudiVZ, MeinVZ etc. Dennoch sind die offiziellen Parteien-Websites der Ausgangspunkt für Informationen zum Wahlkampf und Programmen, ihre Zugriffszahlen also ein interessanter Anhaltspunkt für Erfolg der Parteien im Netz.

Zur Erinnerung: Die Zahlen aus dem Ad Planner entstehen aus verschiedenen internen und externen Datenquellen und sind Hochrechnungen. Gemessen werden können Zahlen verschiedener Besucher, also Unique Visitors oder Unique User im Gegensatz zu Visits oder Page Impressions nicht, solche Zahlen müssen immer hochgerechnet werden. Die Erfahrung (siehe z.B. hier) zeigt, dass sich die Zahlen aus dem Ad Planner nicht hinter anderen Zahlen von Nielsen, Comscore oder der AGOF verstecken müssen.

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